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Osterseen-Umrundung

Wanderung von Iffeldorf um Fohnsee und Großen Ostersee

Die reizvolle Landschaft an den Osterseen eignet sich das ganze Jahr über zum Wandern. Ein Klassiker ist dabei der Rundweg von Iffeldorf um den Großen Ostersee. Im Sommer laden idyllische Naturbadeplätze zum Sprung ins kühle Wasser ein. Auf dem Rückweg gibt es am Fohnsee außerdem die Möglichkeit zur Einkehr.
Stand:

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Vom Nordende des Großen Ostersees hat man eine schöne Aussicht auf die Alpensilhouette mit der Benediktenwand.

Die Osterseen sind die bedeutendste Eiszerfalls­landschaft im bayerischen Alpenvorland und gehören zu Bayerns schönsten Geotopen. Auch das deutschland­weite Gütesiegel Nationales Geotop wurde ihnen verliehen.
Den Entstehungs­prozess der Osterseen kann man sich stark vereinfacht folgendermaßen vorstellen.
Gegen Ende der Würm-Kaltzeit vor ca. 17 000 Jahren hinterließ der schrumpfende Isar-Loisach-Vorlandgletscher große Toteismassen im Gebiet der heutigen Osterseen. Die Räume zwischen den einzelnen Toteisblöcken wurden vom abfließenden Schmelzwasser mit Sedimenten aufgefüllt. Nach dem endgültigen Abschmelzen der Toteisblöcke blieben an deren Stelle so genannte Toteislöcher zurück. In diesen Vertiefungen liegen heute oft Seen oder Moore.

Es gibt im Alpenvorland übrigens noch weitere Eiszerfalls­landschaft wie beispielsweise die Seeoner Seen und die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte, die sich ebenfalls gut zum Wandern eignen.

Lange Zeit wurden die Osterseen von den Menschen gemieden und nur im Randbereich besiedelt. Doch dann wären sie fast vom Freizeittourismus überrollt worden.Die Ausweisung der Osterseen als Naturschutzgebiet, das Wegegebot und die Beschränkung auf einige wenige Badeplätze konnten das Schlimmste verhindern. Neben den offiziellen Wanderwegen besteht trotzdem ein dichtes Netz an Trampelpfaden. Diese sollten aus Naturschutzgründen jedoch nicht genutzt werden, so schwer das auch fallen mag.

Filmtipp: Wie der Bayerische Rundfunk in der Sendung Unter unserem Himmel berichtete, verändern sich die bayerischen Seen durch den Klimawandel. Davon sind auch die Osterseen betroffen. Das Wasser ist häufig zu warm. An Kälte angepasste Pflanzen wachsen langsam. Wird es wärmer, werden sie von weniger robusten, aber üppiger wachsenden Arten verdrängt. Besonders stark profitieren die Algen von der Wassererwärmung.

Tourcharakter und Schwierigkeit

12 km2:50 h

Anspruch ■■■■■ T1
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die Wanderwege an den Osterseen sind einfach und sehr gut beschildert. Neben den größtenteils breiten und gekiesten Hauptstrecken existieren auch schmälere Nebenwege, die bei Nässe schnell batzig werden.
Unabhängig davon, welche Runde man letztlich wählt, ein halber Tag reicht für die Seen in jedem Fall aus.

Wegbeschreibung

Von Iffeldorf zu den Osterseen

Ich schlage vor, zunächst den Großen Ostersee zu umrunden. Man wandert dazu vom Bahnhof Iffeldorf neben der Gleisstrecke Richtung Norden und trifft beim Gut Staltach1 bald auf die ersten Beschilderungen. Zu dem herrschaftlichen Gut Staltach gehörten früher neben der Landwirtschaft auch eine Brauerei und ein Torfwerk. Heute werden die Gebäude als Eventlocation und Zentrum für Oldtimer genutzt.
Beim Gut Staltach führt der Wanderweg rechts vorbei. Dahinter folgen wir dem Weg Nr. 6 bis zum Großen Ostersee.

Großer Ostersee

Der Uferbereich des Großen Ostersees darf aus Naturschutzgründen nur an wenigen Stellen betreten werden. Baden ist an ausgewiesenen Plätzen erlaubt.

Am Großen Ostersee fädeln wir uns rechts in den Rundweg ein. Er verläuft durch lichten Kiefernwald direkt am Ostufer entlang. Nicht weit draußen liegt die langgezogenen Marieninsel2. Diese ist ein so genannter Os. Die wallartige Insel entstand durch die Sediment­ablagerungen eines Schmelzwasserbachs im Eis.
Nach Verlassen des Waldes geht es beim Badeplatz3 zu einer Anhöhe hinauf. Von da präsentiert sich bei guter Sicht die Alpensilhouette mit den bekannten Münchner Hausbergen.
Als Nächstes wandern wir ganz im Norden des Großen Ostersees um Ameissee und Breitenauer See herum. Beide sind von einem dichten Schilfgürtel umgeben und wirken aus dieser Perspektive fast wie ein Teil des Großen Ostersees. Das letzte Stück nach Unterlauterbach muss man dann leider auf einer Nebenstraße laufen.
In Unterlauterbach4 beansprucht ein Klinikgelände vorübergehend das Seeufer. Beim Parkplatz links halten. Wir genießen noch einen wunderbaren Blick über den See, bis der Rundweg in den Wald eintaucht. Die beiden in der Karte eingezeichneten Toteislöcher bei Schwaig5 sind nicht zugänglich. Die Vertiefung des einen ist für den aufmerksamen Beobachter jedoch rechter Hand gut zu erkennen.

Blaue Gumpe

An der Südspitze des Großen Ostersees erstreckt sich eine Verlandungszone mit ausgedehnten Schilfflächen. Bei der Verzweigung dort am besten nicht nach Iffeldorf, sondern links wenden, um noch bei der Blauen Gumpe, dem Fohnsee und einigen kleineren Seen vorbeizuschauen.
Die Blaue Gumpe6 ist einer der zahlreichen unterseeischen Quelltrichter, aus denen Grundwasser hervortritt. Dank eines Holzstegs kann sie genauer betrachtet werden.

Zum Waldhaus am Fohnsee

Bald nach der Blauen Gumpe kommt nochmals ein Badeplatz. Dort über die Brücke und auf einem netten Pfad rechts zum Fohnsee7 laufen. Das Nordufer des Fohnsees begeistert mit seinen idyllischen Buchten. Über einen Steg, der den künstlichen Durchstich zur Staltacher Seengruppe überbrückt, erreichen wir dann den Campingplatz beim Waldhaus8 am Fohnsee. Das Waldhaus ist auch als Fohnseestüberl bekannt. Von der Wiese vor der Wirtschaft hat man einen herrlichen Blick über den Fohnsee.

Zurück nach Iffeldorf

Am Fischkaltersee gibt es die letzte Bademöglichkeit auf der Wanderung.

Beim Waldhaus am Fohnsee sollte man nicht geradeaus dem Hauptwanderweg folgen, weil man sonst auf Straßen durch Iffeldorf hindurch müsste. Also stattdessen besser links in den Parkplatz, wo in der linken hinteren Ecke ein Waldweg beginnt. Der reizvolle Weg schlängelt sich an Forchensee, Bräuhaussee und Fischkaltersee9 entlang, die zur Staltacher Seengruppe zusammengefasst werden. Die Osterseen zeigen sich dort nochmals von ihrer schönsten Seite. Nach dem Badeplatz am Fischkaltersee geht es links zum Sportplatz. Von da sind es nur noch wenige Minuten zum Bahnhof.

Häufige Fragen

Warum heißen die Osterseen so?

Bis zur Säkularisation gehörte Iffeldorf mit den Osterseen zum Kloster Wessobrunn. Aus Wessobrunner Sicht lagen die Seen im Osten ihres Besitzes. Daher der Name. Auf der Bayerischen Landtafel Nummer 21 von Philipp Apian aus dem Jahr ist bereits ein Ostersee vermerkt. Vermutlich betrachtete man damals die versumpfte und schwer zugängliche Seenlandschaft als einen einzigen See.

Wie lange läuft man um die Osterseen?

Die Wanderung um die Osterseen dauert zwischen zwei und drei Stunden, je nachdem, wo man startet und welchen Weg man nimmt.