Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Mieminger Gebirge 

Überschreitung der Ehrwalder Sonnenspitze (2417 m)

Klettertour am Seebensee

(0)

Die Felspyramide der Ehrwalder Sonnenspitze ist aus jeder Perspektive eine markante Erscheinung. Ganz zu schweigen von ihrer großartigen Umgebung mit der Südfront des Wettersteins, der schroffen Mieminger Hauptkette und den zwei zauberhaften Bergseen zu ihren Füßen. Bei diesem Anblick verspürt man unwillkürlich ein Kribbeln in seinen Bergstiefeln. Aktualisiert am

Anzeige von Amazon

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Coburger Hütte
    2. Zum Einstieg
    3. Südroute auf die Sonnenspitze
    4. Abstieg zum Seebensee
    5. Hoher Gang
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (9 Fotos)
Die Südflanke der Ehrwalder Sonnenspitze. Der Aufstieg erfolgt in der linken Wandhälfte.

Der erste Eindruck von unten trügt nicht. Bei der Ehrwalder Sonnenspitze handelt es sich um eine ernsthafte Unternehmung für erfahrene Bergsteiger. Die Kletterei ist anhaltend, etwas verwickelt und weist Stellen im II. Grad auf. Der Fels ist teilweise brüchig.
Da in der Regel doch einige unterwegs sind, muss mit Steinschlag gerechnet werden. Unbedingt den Helm einpacken!

Der übliche Aufstieg erfolgt über die Südseite. Dort befindet man sich längere Zeit in einer nahezu senkrechten Felswand. Beim Abstieg zum Seebensee ist das Gelände vor allem im oberen Abschnitt ebenfalls stark ausgesetzt und gefährlich, insgesamt aber weniger anspruchsvoll.
Wer die Sonnenspitze dagegen in die entgegen­gesetzte Richtung überschreiten möchte, nimmt besser die Kletterausrüstung zum Abseilen mit. Denn die Südseite abzuklettern gestaltet sich deutlich mühsamer als zum Seebensee hin. Solide Standplätze mit Bohrhaken sind vorhanden.

Für eine derartige Bergtour muss das Wetter natürlich auf jeden Fall stabil sein. Denn ein schneller Rückzug ist nicht möglich. Außerdem keinesfalls bei Nässe oder Schnee einsteigen!

Tourcharakter und Schwierigkeit

950 m1340 m12 km6:40 h

Anspruch■■■■■■ T6 II A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zur Coburger Hütte

Das erste Etappenziel ist der Seebensee. Von Beginn an beste Aussicht gibt es, wenn man an der Bergstation der Ehrwalder Almbahn1 startet. Außerdem spart man sich so einige Höhenmeter.
Der Weg ist ausreichend beschildert. Er holt in einem weiten Bogen nach Osten aus. Nach Überqueren des Geißbachs führt er auf eine Anhöhe. Von dort geht es wieder leicht bergab. Die Abzweigung ins Gaistal bleibt links liegen. Bald danach trennen sich Biker und Wanderer, denn die Fußgänger wählen schöner den schattigen Steig links vom Fahrweg. Aufpassen und nicht ins Brendlkar aufsteigen. Nach einiger Zeit wird die Seebenalm2 erreicht, bei der es hinauf zum Seebensee geht. Der überaus reizvolle See zieht an manchen Tagen Hunderte von Ausflüglern an. Die Biker müssen den Drahtesel nun parken.
Vom Seebensee windet sich dann ein steiniger Steig im Zickzack recht anstrengend bergauf zur Coburger Hütte3. Ihre Lage an dem tiefblauen Drachensee ist einmalig.

Zum Einstieg

Der Beschilderung folgend wandert man von der Coburger Hütte nach Westen in Richtung Biberwierer Scharte. Bald entfernt sich links der Steig zum Drachenkopf. Zwischen Latschen hindurch rückt die Sonnenspitze langsam näher. An ihrem Sockel sind drei Schuttkegel zu erkennen. Wir verlassen den Weiterweg zur Biberwierer Scharte und queren den südlichsten der drei Schuttkegel auf deutlichen Spuren. Der Einstieg befindet sich in den Schrofen links des Gerölls bei einer breiten Rinne. Wer keine Haken sieht, ist falsch!

Südroute auf die Sonnenspitze

Die Kletterei beginnt mit moderatem Ier Gelände. Nach etwa einer Seillänge spaltet sich die Rinne auf. An dieser Stelle dem Pfeil entsprechend in die rechte Verästelung hinein. Es wird nun langsam etwas schwerer, bis ein Absatz kurz für Entspannung sorgt. Steigspuren leiten dann extrem ausgesetzt in eine schluchtartige Rinne, die sich von unten deutlich sichtbar durch die Flanke zieht.
Die nun folgende Schlüsselstelle wurde mit Eisenstufen und Drahtseil entschärft. Dahinter bei abnehmender Kletterschwierigkeit, aber stets in steilem Fels auf dem mit Steinmandln markierten Südgrat zum Vorgipfel. Von diesem noch einmal etwas schwieriger und sehr exponiert durch eine Scharte hinüber zum geräumigen Nordgipfel4 mit Kreuz.

Abstieg zum Seebensee

Zunächst direkt nördlich des Kreuzes abwärts, wobei abermals die Haken bei der Orientierung helfen. Kurz unter dem Gipfel kommt eine hohe Stufe (II). Dahinter quert man über Schrofen mit Schotterauflage vorsichtig zu einer Rippe (II) hinüber, die noch einmal kräftiges Zupacken erfordert. Später geht das Terrain von den Felsen in einen steilen Grashang über. Auf einem gut ausgetretenen Pfad gelangt man wieder hinab zum Seebensee.

Hoher Gang

Wer beim Rückweg zur Abwechslung den teils gesicherten Steig (A/B) durch den Hohen Gang absteigen möchte, wendet sich am Nordende des Seebensees links. Im Vergleich zur Sonnenspitze ist der Hohe Gang5 keine Herausforderung mehr. Nach den Felsen kann ein Stück abgefahren werden. Im Wald zweigt schließlich rechts ein Weg zurück zur Talstation ab, der zum Schluss hin neben dem Geißbach verläuft.

Bike & Hike: Die Strecke bis zum Seebensee eignet sich gut zum Mountainbiken. Sie ist einfach zu fahren und insgesamt eher flach. Fahrräder können in der Kabine der Ehrwalder Almbahn mitgenommen werden.