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Eggstätt-Hemhofer Seenplatte

Rundwanderung bei Bad Endorf

(aktualisiert am )

Im Nordwesten des Chiemsees liegt mit der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte ein landschaftliches Juwel. Das weitläufige Naturschutzgebiet lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Reizvoll sind unter anderem die Wege am Langbürgner See, am Schloßsee und am Hartsee.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Zum Langbürgner See
    2. Schloss Hartmannsberg
    3. Römerstraße am Einbessee
    4. Hartsee Uferweg
    5. Zurück nach Bad Endorf
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Zwischen den Seen liegen ausgedehnte Moorflächen. Dieses Hochmoor scheint im Kern ausreichend durchfeuchtet zu sein, so dass darin nicht einmal Moorspirken gedeihen können.

In Südbayern gibt es insgesamt drei bedeutende Eiszerfalls­landschaften. Neben der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte zählen dazu die benachbarten Seeoner Seen sowie die Osterseen im Süden des Starnberger Sees.
Die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte und die Seeoner Seen bilden zusammen mit den dazwischen­liegenden Mooren einen großen Biotopverbund, der sowohl Kulturland als auch Wildnis umfasst.

Den Entstehungs­prozess der Eiszerfalls­landschaften im Nordwesten des Chiemsees kann man sich stark vereinfacht folgendermaßen vorstellen.
Mit dem Rückzug des Inn-Chiemsee-Vorlandgletschers vor ca. 12 000 Jahren blieben im Chiemgau große Toteismassen zurück. Schmelzwasser­ströme füllten die Lücken zwischen den unterschiedlich großen Toteisblöcken mit Sedimenten auf. Die Toteisblöcke hinterließen nach ihrem endgültigen Abschmelzen so genannte Toteislöcher. In diesen vom Schluff abgedichteten Vertiefungen bildeten sich Seen und durch die fortschreitende Verlandung auch Moore.

Bereits 1939 wurden Teile der Eggstätt-Hemhofer Seen auf Grundlage des Reichs­naturschutz­gesetzes unter Schutz gestellt. Sie sind somit eines der ältesten Naturschutz­gebiete Bayerns. Da die entsprechenden Gesetze als weitgehend frei von nationalsozialistischem Gedankengut erachtet wurden, blieben sie nach 1945 weiter gültig.
Obwohl die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte also schon lange unter Schutz steht, sind einige Arten leider verschwunden. Zu den ausgestorbenen Arten auf der Seenplatte gehören das Birkhuhn und der Hochmoor­gelbling. Negative Umwelteinflüsse von außen lassen sich nicht aussperren. Selbst dort, wo wir unsere Füße nicht direkt hinsetzen und die Natur scheinbar in Ruhe lassen, wird sie von unseren Aktivitäten indirekt trotzdem belastet.

Filmtipp: Die gut 10-minütige Dokumentation Eiszeit im Rosenheimer Land befasst sich mit den glazialen Landschafts­formen und den Hinterlassen­schaften der Gletscher im Chiemgau. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Entstehung der Chiemgauer Seenlandschaft.

Tourcharakter und Schwierigkeit

16 km3:50 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die gesamte Rundwanderung von Bad Endorf durch die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte verläuft über breite, befestigte Wege. Auf der Seenplatte kann es stellenweise auch mal batzig sein. Einige Abschnitte sind etwas hatschert.
Die Beschilderung ist nicht immer ganz klar. Außerdem existieren oft mehrere Alternativen, so dass man nicht ohne Karte aufbrechen sollte.

Wegbeschreibung

Zum Langbürgner See

Vom Bahnhof in Bad Endorf folgen wir der Hauptstraße ein Stück nach Süden, bis diese die Bahnstrecke überquert. Dort nicht über die Gleise, sondern links in den Chiemseeweg laufen. Nach ein paar Metern kommt eine Kapelle, bei der man auf den Waldweg abzweigt. Geradeaus wäre ebenfalls möglich, ist aber nicht so schön.
Kurz vorm Einödhof Klösterl1 führt der Waldweg ins Freie. Nach dem Anwesen wandert man hinab zur Bahnstrecke, neben der es erst einmal einige Zeit entlanggeht. Die Beschilderung weist uns Richtung Langbürgner See. Bald taucht der Weg wieder in den Wald ein. Bei den Gabelungen muss man sich stets rechts halten. Schließlich wird eine Nebenstraße erreicht. Der Wanderweg setzt sich drüberhalb fort. Bei der nächsten Gabelung den linken Ast nehmen. Wenig später schimmert schon der Langbürgner See2 zwischen den Bäumen hindurch. Über ein Bächlein und an einem kleinen Hochmoor vorbei steuert der Weg den Badeplatz bei der Wasserwacht an.

Schloss Hartmannsberg

Das nächste Etappenziel ist Schloss Hartmannsberg3. Dazu bleibt man am Ufer des Langbürgner Sees, an dem sich ein idyllischer Fußweg entlangschlängelt. Am Nordende werden der Schilfgürtel und der angrenzende Auwald durchquert. Der Autolärm kündigt währenddessen die viel befahrenen Traunsteiner Straße an. Auf der anderen Straßenseite steht Schloss Hartmannsberg am Schloßsee. Der Park ist frei zugänglich. Man hat vom Park aus einen schönen Blick über den Schloßsee.

Römerstraße am Einbessee

Östlich von Schloss Hartmannsberg befindet sich ein Wanderparkplatz. Ab da am einfachsten an die Schilder des Grenzenlos-Wanderwegs halten. Dieser passiert gleich nach dem Parkplatz zwei Tümpel, die von einem wundervollen Hochmoor umgeben sind. Dahinter liegt der interessante Kesselsee4. Mit seiner nahezu kreisrunden Form ist er ein Toteisloch par ex­cel­lence.
Nach dem Kesselsee treffen wir auf die ehemalige Trasse der Römerstraße Via Julia5, welche Salzburg mit Augsburg verband. Von Seebruck am Chiemsee kommend, kreuzte sie die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte nördlich des Schloßsees.
Man läuft nun am besten rechts ein Stück auf der Römerstraße entlang. Sie führt am Einbessee vorbei, der sich allerdings hinter den Bäumen versteckt.

Hartsee Uferweg

Von der Römerstraße kann man bald links in den Hartsee Uferweg6 einbiegen. Auf einer schmalen Landbrücke geht es romantisch zwischen den Seen und Moorflächen hindurch. Kautsee und Hartsee sind hinter den breiten Schilfgürteln nur zu erahnen.
Den Schildern des Grenzenlos-Wanderwegs folgend verlassen wir das Naturschutzgebiet schließlich Richtung Westen zwischen Kautsee und Pelhamer See. Nach ungefähr einem Kilometer wird die Lichtung am Einödhof Gaben7 erreicht. Zwar wäre es sicher noch nett, den Hartsee komplett zu umrunden oder beim Pelhamer See vorbeizuschauen, doch zurück nach Bad Endorf ist es eben auch noch ordentlich weit.

Zurück nach Bad Endorf

An der Kapelle bei Gaben schlagen wir zunächst den Weg nach Stephanskirchen ein, zweigen dann jedoch bei der ersten Gelegenheit nach Rankham ab.
Der Grenzenlos-Wanderweg wählt ab da die hatscherte Straße über Unterrankham8. Ich empfehle dagegen, nicht ganz bis Unterrankham zu laufen, sondern bei dem schmalen Waldgürtel davor, rechts auf den Wanderweg zu wechseln. Dieser mündet nach einem längeren Abschnitt im Wald in eine Straße. Auf dieser rechts und gleich wieder links. Etwa 200 Meter weiter kurz vor Eßbaum erneut links wenden. Die Strecke verläuft nun am Teisenberg9 zum letzten Mal durch den Wald. Wenn dieser verlassen wird, ist voraus bereits Bad Endorf zu sehen. Im Ort grob südwärts orientieren, bis man auf die Traunsteiner Straße trifft. Auf dieser nach rechts zur Bahnhofstraße.