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Eggstätt-Hemhofer Seenplatte

Rundwanderung bei Bad Endorf

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Im Nordwesten des Chiemsees erstreckt sich mit der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte ein besonders wertvolles Naturschutzgebiet. Die starke Anziehungskraft des Chiemsees sorgt dafür, dass diese Seenplatte vergleichsweise unbekannt ist. Durch ihre Weitläufigkeit und die zahlreichen Wanderwege verteilen sich die Besucher zusätzlich. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Langbürgner See
    2. Durch die Seenplatte
    3. Zurück nach Bad Endorf
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Zwischen den Seen liegen ausgedehnte Moorflächen. Dieses Hochmoor scheint im Kern ausreichend durchfeuchtet zu sein, weil dort nicht einmal Moorspirken wachsen können.
In Südbayern gibt es insgesamt drei bedeutende Eiszerfallslandschaften. Das sind die Osterseen, die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte und die Seeoner Seen. Die letzten beiden bilden zusammen mit den dazwischen­liegenden Mooren einen großen Biotopverbund, der sowohl Kulturland als auch Wildnis umfasst. Bereits 1939 wurden Teile der Eggstätt-Hemhofer Seen auf Grundlage des Reichsnaturschutzgesetzes unter Naturschutz gestellt. Die entsprechenden Gesetze wurden als weitgehend frei von nationalsozialistischem Gedankengut erachtet und blieben nach 1945 weiter gültig.
Obwohl die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte also schon lange unter Schutz steht, sind einige Arten leider verschwunden. Negative Umwelteinflüsse von außen wie Klimawandel oder Luftverschmutzung lassen sich nicht aussperren. Selbst dort, wo wir unsere Füße nicht direkt hinsetzen und die Natur scheinbar in Ruhe lassen, wird sie von unseren Aktivitäten indirekt trotzdem belastet.

Tourcharakter und Schwierigkeit

16 km3:50 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Langbürgner See

Vom Bahnhof in Bad Endorf folgen wir der Hauptstraße ein Stück in südlicher Richtung, bis diese die Bahnstrecke überquert. Dort links in den Chiemseeweg. Nach ein paar Metern kommt eine Kapelle, bei der man auf den Waldweg abzweigt. Geradeaus wäre ebenfalls möglich, ist aber nicht so schön. Kurz vorm Einödhof Klösterl1 führt der Waldweg ins Freie. Nach dem Anwesen wandert man hinab zur Bahnstrecke, neben der es nun einige Zeit entlanggeht. Die Beschilderung weist zum Langbürgner See. Bald taucht der Weg wieder in den Wald ein. Bei den Gabelungen muss man sich stets rechts halten. Schließlich wird eine Nebenstraße erreicht. Der Wanderweg setzt sich drüberhalb fort. Bei der nächsten Gabelung den linken Ast nehmen. Wenig später schimmert schon der Langbürgner See2 zwischen den Bäumen hindurch. Über ein Bächlein und an einem kleinen Hochmoor vorbei steuert der Weg den Badeplatz bei der Wasserwacht an.

Durch die Seenplatte

Das nächste Etappenziel ist Schloss Hartmannsberg3. Dazu bleibt man am Langbürgner Sees, an dessen idyllischem Ufer sich ein Fußweg entlangschlängelt. Am Nordende werden der Schilfgürtel und der angrenzende Auwald durchquert. Der Autolärm kündigt währenddessen die viel befahrenen Traunsteiner Straße an. Auf der anderen Straßenseite steht Schloss Hartmannsberg am Schloßsee. Der Schlosspark ist zugänglich.
Östlich des Schlosses befindet sich ein Wanderparkplatz. Ab da ist es am einfachsten, sich an die Schilder des Grenzenlos-Wanderwegs zu halten. Wir passieren zwei Tümpel, die von einem wertvollen Hochmoor umgeben sind und den nahezu kreisrunden Kesselsee4. Dieser ist wegen seiner Form ein besonders schönes Beispiel für ein Toteisloch. Bald danach fädelt man sich nach links in den Hartsee-Rundweg5 ein. Auf einer schmalen Landbrücke geht es zwischen dem Hartsee auf der einen sowie dem Einbessee und dem Kautsee auf der anderen Seite hindurch. Am Einbessee gibt es einen Aussichtspunkt. Die anderen beiden Seen sind hinter den breiten Schilfgürteln nur zu erahnen. Den Schildern des Grenzenlos-Wanderwegs folgend wandert man schließlich links aus dem Naturschutzgebiet hinaus zum Einödhof Gaben6. Sicher wäre es noch nett, den Hartsee weiter zu umrunden oder beim Pelhamer See vorbeizuschauen. Doch zurück nach Bad Endorf ist es auch noch eine Ecke.

Zurück nach Bad Endorf

An der Kapelle bei Gaben zunächst den Weg Richtung Stephanskirchen einschlagen, dann jedoch bei der ersten Gelegenheit nach Rankham abzweigen. Der Grenzenlos-Wanderweg wählt die hatscherte Straße über Unterrankham. Ich empfehle dagegen, nicht ganz bis Unterrankham zu laufen, sondern bei dem schmalen Waldgürtel davor, rechts auf den Wanderweg zu wechseln. Nach einem längeren Stück im Wald mündet dieser in eine Straße. Auf dieser rechts und gleich wieder links. Kurz vor Eßbaum erneut links wenden. Die Strecke verläuft nun am Teisenberg7 zum letzten Mal durch den Wald. Wenn dieser verlassen wird, ist voraus bereits Bad Endorf zu sehen. Im Ort grob südwärts orientieren, bis man auf die Traunsteiner Straße trifft. Auf dieser nach rechts zur Bahnhofstraße.