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Hirschberg (1660 m) über Eckleitengraben

Pfadfindertour bei Eschenlohe

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Beim Hirschberg denkt jeder zuerst an den Tegernsee. Sein Namensvetter in den Walchenseebergen ist weit weniger bekannt. Schließlich steht er etwas abseits der Hauptwanderwege zwischen Heimgarten und Estergebirge. Er gilt als touristisch uninteressant und ist daher ein Rückzugsort für Menschen, die genug haben vom Rummel auf den Gipfeln der ersten Reihe.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Durch den Eckleitengraben zum Hirschberg
    2. Ölrain und Osterfeuerspitze
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Fernblicke aus dem Eckleitengraben ins Loisachtal. Rechts im Bild die Osterfeuerspitze.
Wenn überhaupt, dann wird der Hirschberg von Ohlstadt aus bestiegen. Hin und wieder auch von der Osterfeuerspitze über die Eckleiten, was wir uns für den Rückweg aufheben. Der Eckleitengraben ist die verzwickteste Route zum Hirschberg. Die von einsamen Waldhängen umrahmte Schlucht wird teils direkt im Bachbett, teils auf verfallenen Wegen und Pfaden in den Flanken durchstiegen. Obwohl landschaftlich lohnend und sehr abenteuerlich, ist die Strecke nur bedingt als Geheimtipp zu empfehlen. Das Gehen im Geröll des Bachbetts ist mühsam. Beim Erklettern der glitschigen Felsstufen muss man sehr aufpassen, um nicht abzurutschen. Die Orientierung ist mitunter anspruchsvoll und das Gelände stellenweise abschüssig.
Da schon der Hirschberg touristisch unattraktiv ist, darf der Eckleitengraben für reine Wandertouristen erst recht als No-go-Area bezeichnet werden. Außerdem Finger weg während der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen!

Tourcharakter und Schwierigkeit

1170 m17 km6:40 h

Anspruch■■■■■ T5 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Durch den Eckleitengraben zum Hirschberg

Auf der Bahnhofstraße ins Dorfzentrum von Eschenlohe und dort über die Loisachbrücke. Es gilt zunächst die Beschilderung zur Asamklamm, die sich östlich des Orts befindet. In der romantischen Asamklamm1 ist recht schnell an einer Engstelle Schluss. Nun rechts hinauf zu einer Stahlbrücke, welche die Kluft in luftiger Höhe überspannt. Auf der anderen Seite gelangt man an ein Teersträßchen, dem man Richtung Wengwies folgt. Bei der Abzweigung kurz nach dem Wanderparkplatz nicht rechts die übliche Route durchs Eschenlainetal zum Walchensee einschlagen, sondern links zu Schloss Wengwies2. Das Schlossareal ist großräumig abgesperrt. Ein Forstweg verläuft am Zaun entlang und dreht bald nordwärts zur Hirschlaine. Nahe einer Wildfütterung überquert der Forstweg den Bach. Ab dort direkt im Bachgrund der Hirschlaine3 weiter.Es gäbe links, also im Hang von Osterfeuerspitze und Eckleiten, ca. 100 m über der Hirschlaine einen alten Weg, der später in einen Pfad übergeht. Man gelangt so aber erst im letzten Drittel, kurz vorm Hohen Fall, ins Bachbett hinab.Das Geröllbett der Hirschlaine präsentiert sich sehr moderat. Es sind immer wieder Reste einer alten Trassierung zu erkennen. Wo die Hirschlaine von links oben herabstürzt, beginnt der eigentliche Eckleitengraben4. Wer aufmerksam ist, dem fällt wenig später die Bruchsteinmauer einer verfallenen Hütte auf. Im sich verengenden und wilder werdenden Eckleitengraben noch an einer von rechts herabkommenden Runse vorbei. Nach dieser rechts auf einen ziemlich überwachsenen Ziehweg wechseln, der im Bereich der erwähnten Runse abgebrochen ist. Der Weg ist eine Sackgasse und voraus tauchen meterhohe Felsstufen auf. Deshalb in den Hang des Hirschbergs ausweichen und auf Spuren steil empor. Irgendwo steht ein Geräteschuppen von Waldarbeitern. Ein feiner Pfad zieht sich stets ansteigend nordöstlich durch die Flanke und hält sich respektvoll oberhalb der Abbrüche. Es gilt nun mehrere Gräben zu queren, wobei die Schwierigkeiten zunehmen. Verliert man die Spur, muss man sie spätestens beim nächsten Graben suchen, sonst kommt man nicht hinüber. Gefährlich und ausgesetzt ist besonders der Letzte, welcher in den Karten als Hoher Fall eingezeichnet ist. Dahinter leiten die Spuren in den Bachgrund. Darin sind einige Felsstufen (I) zu überklettern. Wenn Wasser fließt, ist das nicht trivial. Doch schnell flacht der Graben ab und wird bequemer, bis er sich am Sattel zwischen Ölrain und Hirschberg verliert. Aus dem Sattel geht es durch eine Waldschneise zum Hirschberggipfel5.

Ölrain und Osterfeuerspitze

Vom Hirschberg zurück in den Sattel und am einfachsten geradewegs den Südhang zum Ölrain6 hinauf. Dann auf einem unmarkierten, aber deutlichen Pfad über den breiten Rücken der Eckleiten nach Westen zur Osterfeuerspitze. Zwischendrin kommt eine Lichtung, wo sich früher die Schafalm befand. Zum Schluss hin wird der Rücken etwas schmäler. Am Gipfel der Osterfeuerspitze7 herrscht meist fröhliches Treiben. Ein gemütlicher Steig führt von der Osterfeuerspitze talwärts zum Parkplatz bei Wengwies. Ab da wie beim Hinweg.