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Dötzenkopf und Spechtenkopf (1285 m)

Rundweg bei Bad Reichenhall

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Nach gerade einmal 500 Höhenmeter Aufstieg überrascht der Dötzenkopf mit einer genialen Aussicht über den Talkessel von Bad Reichenhall. Anschließend kann man weiter zum Spechtenkopf wandern. Der Rundweg führt dabei durch eine romantische Szenerie mit wilden Schluchten und zerklüfteten Felsen.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Stadtkanzel über Festplatz
    2. Auf den Dötzenkopf
    3. Dötzenkopfsteig
    4. Zum Spechtenkopf
    5. Rückweg via Bildstöckl
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Auf dem Spechtenkopf ist es ruhiger als auf dem Dötzenkopf.

Eigentlich sind der Dötzenkopf und die Spechtenköpfe eher unscheinbare Erhebungen in der stark zerklüfteten Nordseite des Predigtstuhls. Für ihre geringe Höhe haben sie aber doch einiges zu bieten. Das liegt nicht nur an dem herrlichen Panorama, sondern auch an der vielfältigen Vegetation.

Charakteristisch für das Lattengebirge sind die wärmeliebenden Kiefernwälder. Da die Kiefern sehr locker stehen, fällt viel Licht auf den Waldboden. So können ihn Zwergsträucher wie die Silberwurz oder die Schneeheide besiedeln, welche viel Sonne benötigen. Auch größere Sträucher wie die Felsenbirne findet zwischen den Kiefern Platz. Auffällig sind im Frühjahr die vielen Kugelblumen und die für das Lattengebirge typische Dunkle Akelei.

Die Nordseite des Lattengebirges war früher stärker touristisch erschlossen. Neben der Predigtstuhlbahn, gab es am Stadtberg von Bad Reichenhall seit den 50er Jahren einen Sessellift mit kleinem Skigebiet.
Gegen die attraktivere Predigtstuhlbahn konnte der Stadtberglift auf Dauer nicht bestehen. In den 80er Jahren wurde der Betrieb eingestellt. Alle Anlagen wurden zurückgebaut. Die beiden Wirtschaften, nämlich die Spechtenalm bei der Bergstation und die Bildstöcklalm, verschwanden ebenfalls. Diese Entwicklung hat dem Stadtberg sicher nicht geschadet und genug los ist trotzdem noch.

Tipp: Ein Highlight für technisch Interessierte ist die Alte Saline in Bad Reichenhall. Das Industriedenkmal kann im Rahmen einer Führung besucht werden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

860 m9 km3:40 h

Anspruch■■■■■■ T3 A
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Stadtkanzel über Festplatz

Wir nehmen am Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg den Ausgang zur Loferer Straße und laufen neben dieser bis zum Festplatz1. Dieser dient auch als Parkplatz. In der südwestlichen Ecke beginnt der Wanderweg.
Bei der ersten Verzweigung muss man rechts. Gleich danach kommt der Aussichtspunkt an der Stadtkanzel2, von wo man bereits einen schönen Blick zur Staufengruppe hat.

Auf den Dötzenkopf

Nach der Stadtkanzel gibt es erneut eine Verzweigung. Ich empfehle den linken Weg Richtung Bayerisch Gmain, bei dem zuerst der Dötzenkopf und im Anschluss der Spechtenkopf bestiegen wird. Nach dem Graben des Flotten Bachs wird eine Forststraße erreicht. Dieser folgen wir eine Zeit lang. Ein Stück weit ist sie geteert. An der Gabelung kurz vorm Wappachkopf links halten, denn sonst machen wir einen Umweg.
Bei dem unscheinbaren Wappachkopf3 dann wie beschildert spitz rechts. Von der anderen Seite stößt dort der Weg vom Wanderzentrum Bayerisch Gmain hinzu. Das wäre auch ein möglicher Ausgangspunkt für die Rundwanderung.
Auf einem angenehmen Steig geht es nun in einer halben Stunde zum Dötzenkopf4 hinauf. Gegen Ende ist es etwas steiler.
Rings um das Kreuz gruppieren sich einige Rastbänke, die häufig alle belegt sind. Der eigentliche Dötzenkopf liegt einige Meter weiter südlich. Er ist nicht erschlossen.

Dötzenkopfsteig

Nach dem Dötzenkopf wird es richtig spannend. Auf einem wirklich einfachen Klettersteig5 quert man zunächst unterhalb einer Felswand durch sehr abschüssiges Terrain. Stahlbrücken sichern diese Passage ab. Anschließend leitet der Steig teils am Drahtseil einen Grat hinauf, bis das Gelände am Rachlboden kurzfristig abflacht. Hinter einem Buchenwäldchen taucht man dann über Stahlstiegen in einen Graben ab. An den ausgesetzten Stellen läuft erneut ein Drahtseil mit. Auf der anderen Grabenseite zweigt der Steig zum Spechtenkopf ab. Wer daran kein Interesse hat, bleibt einfach auf dem Dötzenkopf-Rundweg.

Zum Spechtenkopf

Anfangs ist der Steig zum Spechtenkopf recht gach und wegen des bröseligen Untergrunds schlecht zu gehen.
Über diesem Steilstück kommt von rechts ein besserer Weg dazu. Diesen nutzt man später für den Abstieg.
Neben einer Lawinenbahn zieht sich die Spur im Zickzack aufwärts. Bei einem kleinen Sattel verbreitert sich der Weg plötzlich. Für das Hotel auf dem Predigtstuhl wurde ein Kanal angelegt. Die Bauarbeiten hinterließen in der Bergflanke eine hässliche Narbe.
Man muss nun ein bisschen aufpassen, wann links der Pfad zum Spechtenkopf abzweigt. Durch die Latschen führt er in wenigen Minuten zum Gipfelkreuz6.

Rückweg via Bildstöckl

Nach dem Abstecher zum Spechtenkopf wandern wir auf dem Dötzenkopf-Rundweg weiter. Von der ehemaligen Spechtenalm7 zeugt nur noch eine Lichtung, die langsam zuwächst. Zwischendrin könnte man noch bei der Bildstöckl­kapelle vorbeischauen. Ein paar Hundert Meter folgt man einer Forststraße. Wenn sie eine Linkskurve macht, rechts hinab zur Stadtkanzel, wo man wieder auf den Hinweg trifft.