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Burgenweg Bad Reichenhall

Karlstein, Hallthurm und Plainburg

Diese Wanderung führt zu den schönsten Burgen im Reichenhaller Talkessel und auf einige wunderbare Aussichtspunkte. Neben den berühmten Ruinen Karlstein und Plainburg kommen wir auch am Hallthurm und der Reichenhaller Stadtbefestigung vorbei. Veröffentlicht am (aktualisiert am )

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Von Reichenhall nach Karlstein
    2. Ruine Karlstein und Wallfahrtskirche St. Pankraz
    3. Über Kirchberg zur Reichenhaller Altstadt
    4. Nach Hallthurm
    5. Zur Ruine Plainburg
    6. Rückweg nach Bad Reichenhall
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (10 Fotos)
Der Torturm in der äußeren Umfassungsmauer der Ruine Plainburg.

Im Reichenhaller Raum existiert etwa ein Dutzend Burgen, Burgruinen und Burgställe. Diese Dichte an Befestigungsanlagen hängt damit zusammen, dass dort früher mehrere Herrschaftsgebiete aneinander­grenzten. Vor allem das Herzogtum Bayern und das Erzbistum Salzburg rangen im Hochmittelalter um die Vorherrschaft. Gleichzeitig entwickelte sich das Klosterstift Berchtesgaden zu einem eigenständigen Land. Bis 1260 kamen noch die Grafen von Plain als Machtfaktor hinzu. Deren einstige Stärke wird von der Ruine Plainburg eindrucksvoll demonstriert.

Der Salzreichtum der Gegend und überregionale Konflikte führten besonders vom 12. bis zum 13. Jahrhundert zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Während des Alexandrinischen Schismas hielt der Salzburger Bischof zu dem vom Kaiser Friedrich I. bekämpften Papst Alexander III. Im Auftrag des Kaisers griffen die Grafen von Plain im Jahr 1167 die Stadt Salzburg an und steckten sie in Brand.
Ein paar Jahrzehnte später wurde Reichenhall von den Salzburgern zerstört. Der Salzburger Bischof kontrollierte ab 1196 für einige Jahre die Stadt Reichenhall. Von dieser Episode zeugt noch der Burgstall Hallburg. Im Westen sicherte die heutige Burgruine Karlstein den Salzburger Machtbereich ab.

Im Jahr 1218 fiel Karlstein an den Bayernherzog, welcher zugleich die Burg Gruttenstein als Schutz vor den Salzburgern errichten ließ. Etwa zur selben Zeit begann in Berchtesgaden der Salzbergbau. Die verärgerten Reichenhaller Bürger demolierten die Anlagen dieser unliebsamen Konkurrenz. Berchtesgaden beantwortete die Bedrohung von Reichenhaller und Salzburger Seite mit der Befestigung am Pass Hallthurm.

Im Lauf der Jahrhunderte wurden so zahlreiche Wehranlagen gebaut, aber auch wieder geschliffen. Einige verschollene Burgställe konnten erst in den letzten Jahrzehnten eindeutig lokalisiert und archäologisch erforscht werden. Schautafeln informieren am Burgenweg über die Ergebnisse.

Tourcharakter und Schwierigkeit

570 m23 km6:10 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Der komplette Reichenhaller Burgenweg ist mit seinen über 33 Kilometern Länge kaum an einem Tag zu schaffen. Deshalb schlage ich hier eine verkürzte Variante vor. Doch auch bei dieser handelt es sich noch immer um eine wirklich weite Wanderung. Angesichtes der Wegstrecke fallen die Höhenmeter schon kaum mehr ins Gewicht. Immerhin kommt man an mehreren Bahnhöfen und Bushaltestellen vorbei, so dass man die Runde bei Bedarf problemlos abbrechen kann.

Wegbeschreibung

Von Reichenhall nach Karlstein

Wir starten am Bahnhof von Bad Reichenhall und folgen den Wegweisern zur Rupertus Therme. Bei der Therme1 geht es unter der B 20 hindurch, danach links und bei der Fußgängerbrücke über die Saalach. Auf der anderen Flussseite liegt eine parkähnliche Grünanlage. Man hält sich darin schräg links und überquert den Hosewaschbach. Gleich darauf wird ein ruhiges Teersträßchen erreicht. Die Wallfahrtskirche St. Pankraz sowie die Burgruine Karlstein sind überall ausgeschildert. Man gelangt so zunächst auf der Staufenstraße in den Ort Karlstein.

Ruine Karlstein und Wallfahrtskirche St. Pankraz

In Karlstein muss man sich kurz vor der Thumseestraße rechts wenden. In einer steilen Kehre windet sich die Schmalschläger­straße zu einer Gruppe traumhaft gelegener Höfe hinauf. Linker Hand ragt eine Felsbarriere empor, auf welcher die Wallfahrtskirche und die Burgruine stehen. Der Aufstieg zu den beiden Sehenswürdigkeiten beginnt an einem Parkplatz. An der ersten Kurve zweigt links ein Trampelpfad ab, auf den wir später noch zurückkommen werden. Nur ein paar Meter weiter trennt sich der Steig zur Kirche von demjenigen zur Ruine. Zwischen den beiden Felsen klafft nämlich ein breiter Spalt. Zwar ist das doppelte Auf und Ab anstrengend, doch es lohnt sich. Von St. Pankraz ist bei klarer Sicht sogar die Festung Hohensalzburg zu sehen. Karlstein2 erlaubt ebenfalls einen schönen Blick in die umliegenden Berge. Auf dem höchsten Punkt in der Burg steht ein gut erhaltener Rundturm, der als Bergfried fungierte.

Über Kirchberg zur Reichenhaller Altstadt

Der oben erwähnte Trampelpfad beim Parkplatz ermöglicht es, direkt auf die andere Seite der Thumseestraße zu wechseln, wo man auf ruhigen Waldwegen zur Reichenhaller Altstadt wandern kann. Der Trampelpfad mündet bald in einen verwilderten Rückeweg, welcher unten an der stark befahrenen Thumseestraße endet. Auf der anderen Straßenseite nehmen wir den Soleleitungsweg Richtung Bad Reichenhall. Nach einem kleinen Anstieg verläuft der Höhenweg gemütlich bis zum Saalachkraftwerk3 im Bad Reichenhaller Ortsteil Kirchberg. Von dort auf der Thumseestraße zur Saalachbrücke.
Drüberhalb der Saalach geht es bei den Resten der Stadtbefestigung in die Altstadt hinein. Man begibt sich dann am einfachsten zur Alten Saline. An ihrer südöstlichen Ecke führt ein etwas versteckter Fußweg auf die Anhöhe im Osten der Stadt. Oben sind erneut Teile der ehemaligen Stadtbefestigung zu sehen. Außerdem steht dort die Burg Gruttenstein4. Wenn nicht gerade eine Veranstaltung stattfindet, ist sie allerdings geschlossen.
Östlich von Gruttenstein liegt der so genannten Steitbühl, auf dem um 1200 die hölzerne Hallburg stand.

Nach Hallthurm

Um nach Hallthurm zu gelangen, müssen wir erst einmal nach Bayerisch Gmain. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Am besten gleich oberhalb von Gruttenstein rechts – so wie es der Bad Reichenhaller Burgenweg vorschlägt. Bayerisch Gmain wird von der Berchtesgadener Straße zerschnitten, über die sich enorm viel Verkehr wälzt. Wir müssen ein paar Hundert Meter bis zur Lattenbergstraße an ihr entlang.
Am Waldrand beim Wanderzentrum5 von Bayerisch Gmain ist der Straßenlärm zum Glück schon nicht mehr zu hören. Vom Wanderzentrum läuft man im Waldschatten neben der Bahnstrecke bis Hallthurm6. Dieser Abschnitt ist sehr abwechslungsreich. Zahlreiche Hinweistafeln informieren unterwegs über Geologie, Geschichte und Kultur.

Zur Ruine Plainburg

Am Pass Hallthurm überqueren wir die Straße und die Gleisstrecke. Auf der anderen Seite verläuft ein breiter, schattiger Weg am Fuße des Untersbergs nordwärts zur Wolfschwangalm7. Etwa auf halber Wegstrecke zu der beliebten Ausflugswirtschaft wird die Grenze nach Salzburg überschritten.
Bei der Wolfschwangalm zuerst rechts halten und kurz darauf wie beschildert links zur Plainburg abzweigen. Vom Parkplatz leitet ein steiler Weg in wenigen Minuten zur Plainburg8 hinauf. Hinter dem massiven äußeren Burgtor erstreckt sich ein überraschend großer Burghof, in dessen Nordwestecke die gewaltige Hauptburg steht. Im Inneren der Hauptburg gibt es eine hölzerne Plattform, von der sich ein umfassendes Panorama über das Reichenhaller Becken bietet.

Rückweg nach Bad Reichenhall

Von der Plainburg geht es zunächst auf der Plainburgstraße nach Großgmain9 hinein und anschließend auf der Salzburger Straße durch den Ort hindurch. Hinter der Grenze befindet man sich wieder in Bayerisch Gmain. Äußerlich sind die beiden Orte fast zusammen­gewachsen. In Bayerisch Gmain wechselt man rechts auf den Großgmainer Gangsteig und biegt nach ein paar Hundert Metern rechts in den Sonnensteig. Dieser führt über Wiesen auf eine bebaute Anhöhe. Dort an den Häusern vorbei zum Waldrand und anschließend links wenden. Bald kann man auf einem Fußweg durch den Wald zum Karlspark10 hinab. Von dem idyllischen Park sind es nur noch wenige Minuten zum Bahnhof.