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Burgenweg Bad Reichenhall

Karlstein, Hallthurm und Plainburg

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Der offizielle Bad Reichenhaller Burgenweg ist mit seinen über 33 Kilometern Länge eher ein Burgenmarathon. Wie soll man bei diesem Pensum die Landschaft genießen und sich die Burgen in Ruhe ansehen können? Daher schlage ich eine verkürzte Variante vor, auf der es trotzdem noch genügend Burgen zu sehen gibt.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Burgruine Karlstein
    2. Über Bayerisch Gmain nach Hallthurm
    3. Zur Ruine Plainburg
    4. Rückweg nach Bad Reichenhall
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Die Reste des Burggrafenturms und des Torturms in der äußeren Umfassungsmauer der Plainburg.
Im Raum Bad Reichenhall existiert etwa ein Dutzend Burgen, Burgruinen und Burgställe. Diese Dichte an Befestigungsanlagen hängt damit zusammen, dass dort früher das Herzogtum Bayern, das Erzbistum Salzburg und das Berchtesgadener Land aneinander­grenzten. Bis ins Hochmittelalter kamen noch die Grafen von Plain hinzu, deren einstige Macht von der Ruine Plainburg eindrucksvoll demonstriert wird.
Der Salzreichtum der Gegend, aber auch überregionale Konflikte führten zu Auseinander­setzungen zwischen den Herrschafts­bereichen. Besonders im 12. und 13. Jahrhundert kam es mehrmals zu Kampfhandlungen.
Während des Alexandrinischen Schismas hielt Salzburg zu dem vom Kaiser Friedrich I. bekämpften Papst Alexander III. Im Auftrag des Kaisers griffen die Grafen von Plain im Jahr 1167 die Stadt Salzburg an und steckten sie in Brand. Ein paar Jahrzehnte später wurde Reichenhall von den Salzburgern zerstört. Dabei ging es um die Vorherrschaft über die Solequellen. Im Westen sicherte die heutige Burgruine Karlstein den Salzburger Machtbereich ab. 1208 fiel Karlstein an den Bayernherzog, welcher zugleich die Burg Gruttenstein als Schutz vor den Salzburgern errichten ließ. Etwa zur selben Zeit begann in Berchtesgaden der Salzbergbau. Die verärgerten Reichenhaller Bürger demolierten die Anlagen dieser unliebsamen Konkurrenz. Berchtesgaden beantwortete die Bedrohung von Reichenhaller und Salzburger Seite mit der Befestigung am Pass Hallthurm.
Über Jahrhunderte wurden so zahlreiche Wehranlagen gebaut und auch wieder geschliffen. Einige vergessene Burgställe konnten erst in jüngster Vergangenheit lokalisiert werden. Es ist also möglich, dass noch nicht einmal alle bekannt sind.

Tourcharakter und Schwierigkeit

550 m24 km6:10 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zur Burgruine Karlstein

Wir starten am Bahnhof von Bad Reichenhall und folgen den Wegweisern zur Rupertus Therme. Bei der Therme1 geht es unter der B 20 hindurch, danach links und bei der Fußgängerbrücke über die Saalach. Auf der anderen Flussseite liegt eine parkähnliche Grünanlage. Man hält sich darin schräg links und überquert den Hosewaschbach. Gleich darauf wird ein ruhiges Teersträßchen erreicht. Die Wallfahrtskirche St. Pankraz sowie die Burgruine Karlstein sind überall ausgeschildert. Man gelangt so zunächst nach Karlstein, wo man sich kurz vor der Thumseestraße rechts wendet. In einer steilen Kehre windet sich die Schmalschläger­straße zu einer Gruppe von traumhaft gelegenen Höfen hinauf. Linker Hand ragt eine Felsbarriere empor, auf welcher die Wallfahrtskirche und die Burgruine stehen. Der Aufstieg zu den beiden Sehenswürdigkeiten beginnt an einem Parkplatz. An der ersten Kurve zweigt links ein Trampelpfad ab, auf den wir später zurückkommen werden. Nur ein paar Meter weiter trennt sich der Steig zur Kirche von demjenigen zur Ruine. Zwischen den beiden Felsen klafft nämlich ein breiter Spalt. Zwar ist das doppelte Auf und Ab anstrengend, doch es lohnt sich. Von St. Pankraz2 ist bei klarer Sicht sogar die Festung Hohensalzburg zu sehen.

Über Bayerisch Gmain nach Hallthurm

Der oben erwähnte Trampelpfad beim Parkplatz ermöglicht eine nützliche Abkürzung. Der Pfad mündet bald in einen verwilderten Rückeweg, welcher unten an der stark befahrenen Thumseestraße endet. Auf der anderen Straßenseite nehmen wir den Soleleitungsweg Richtung Bad Reichenhall. Nach einem kleinen Anstieg verläuft der Höhenweg gemütlich bis zum Saalachkraftwerk3 im Bad Reichenhaller Ortsteil Kirchberg. Von dort auf der Thumseestraße zur Saalachbrücke. Drüberhalb der Saalach geht es bei den Resten der Stadtbefestigung in die Altstadt hinein. Man begibt sich dann am einfachsten zur Alten Saline4. An ihrer südöstlichen Ecke führt ein etwas versteckter Fußweg auf die Anhöhe im Osten der Stadt. Oben sind erneut Teile der ehemaligen Stadtbefestigung zu sehen. Außerdem steht dort die Burg Gruttenstein. Wenn nicht gerade eine Veranstaltung stattfindet, ist sie geschlossen.
Nach Bayerisch Gmain gibt es nun mehrere Möglichkeiten. Am besten gleich oberhalb von Gruttenstein rechts – so wie es der Bad Reichenhaller Burgenweg vorschlägt. Bayerisch Gmain wird von der Berchtesgadener Straße zerschnitten, über die sich enorm viel Verkehr wälzt. Am Waldrand beim Wanderzentrum5 von Bayerisch Gmain ist der Straßenlärm zum Glück schon nicht mehr zu hören. Vom Wanderzentrum läuft man im Waldschatten entlang der Bahnstrecke bis Hallthurm6. Dieser Abschnitt ist sehr abwechslungsreich. Zahlreiche Hinweistafeln informieren unterwegs über Geologie, Geschichte und Kultur.

Zur Ruine Plainburg

Am Pass Hallthurm werden die Straßenseite und die Richtung gewechselt. Auf einem breiten Weg wandert man dann am Fuße des Untersbergs nordwärts zur Wolfschwangalm7. Dabei wird bald die Grenze nach Salzburg überschritten. Hinter der Einkehrmöglichkeit geht es zuerst rechts und kurz darauf links zum Parkplatz der Plainburg. Von da sind es nur ein paar Minuten hinauf zum Plateau, auf dem sich die beeindruckende Anlage8 erstreckt. Und wer mittlerweile genug von den Burgen hat, genießt einfach das Panorama vom Aussichtspunkt.

Rückweg nach Bad Reichenhall

Von der Ruine zunächst auf der Plainburgstraße nach Großgmain9 hinein und anschließend auf der Salzburger Straße durch das Dorf hindurch. Hinter der Grenze befindet man sich wieder in Bayerisch Gmain. Äußerlich sind die beiden Orte fast zusammen­gewachsen. In Bayerisch Gmain wechselt man rechts auf den Großgmainer Gangsteig. Der nächste Bahnhof wäre nun derjenige von Bayerisch Gmain. Allerdings ist es auch keine schlechte Idee, die Wanderung mit einem Stadtbummel durch Bad Reichenhall ausklingen zu lassen. In diesem Fall vorerst geradeaus bis zum so genannten Steitbühl10, auf dem um 1200 die hölzerne Hallburg stand. Beim Steitbühl rechts wenden und den Bergweg hinunter zur Altstadt.