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Grünten (1738 m) über Burgberger Hörnle

Ruhige Wanderung in den Allgäuer Voralpen

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Eine relativ einsame Variante, um auf den Grünten zu wandern, führt über das Burgberger Hörnle. Zwar ist diese Strecke ein wenig länger als der direkt Anstieg, dafür aber auch schöner. Nicht minder reizvoll gestaltet sich der Rückweg über die sonnige Südseite, wo uns freundliche Almen und die spannende Starzlachklamm erwarten.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Burgberger Hörnle
    2. Grüntenhaus
    3. Grünten Hauptgipfel
    4. Abstieg zur Oberen Schwandalpe
    5. Rückweg durch die Starzlachklamm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (10 Fotos)
Der höchste Punkt am Grünten nennt sich Übelhorn.

Der Grünten steht recht isoliert am Nordrand der Allgäuer Alpen und ist dadurch der perfekte Aussichtsberg. Neben seiner touristischen Bedeutung wird er vor allem auch almwirtschaftlich genutzt. Auf den ausgedehnten Almweiden am Grünten begegnet einem das typische Allgäuer Braunvieh. Freundlicherweise bieten die meisten Almen während der Saison eine Bewirtung an. Wer möchte, kann gleich mehrmals einkehren.

Bevor es losgeht, kann man in Burgberg eine der ältesten Burgruinen des Allgäus besichtigen. Entgegen dem ersten Eindruck wurde die Burgruine Burgberg saniert. Allerdings ohne Ergänzungen vorzunehmen. So blieb der Charakter der im Zerfall begriffenen Mauern bewahrt. Durch die gute Dokumentation auf den Schautafeln entsteht ein realistischer Eindruck, wie die hochmittelalterliche Burg ausgesehen haben mag.

Am Ende der erlebnisreichen Wanderung gibt es mit der Starzlachklamm noch einen letzten Höhepunkt. Obwohl die Schlucht einem Vergleich mit der Breitachklamm nicht standhält, ist sie doch ein bedeutendes Geotop und ein wichtiger Besuchermagnet für die Region. Je nach Witterung hat sie von April bis November geöffnet.

Museumstipp: Am Grünten wurde vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert Eisenerz abgebaut. Das im Nummulitenkalk lagernde Erz wurden zuerst im Tagebau und später im Grubenbau gewonnen. In der Erzgruben Erlebniswelt können einige Stollen im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1080 m15 km5:10 h

Anspruch■■■■■■ T3 A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Vom Anspruch her ist die Tour insgesamt einfach, wenn auch etwas anstrengend. Für das Burgberger Hörnle sollte man auf jeden Fall trittsicher und schwindelfrei sein. Es gibt dort eine etwas luftige Passage, bei der ein Drahtseil mitläuft.
Bitte bedenken, dass der Weg vorwiegend im Freien verläuft. Er ist also nicht unbedingt etwas für die größte Sommerhitze.

Wegbeschreibung

Burgberger Hörnle

Von der Bushaltestelle in der Sonthofener Straße wandern wir nach Osten zur Ruine Burgberg. Die Ruine1 ist ausgeschildert und steht nur wenige Meter über dem Ort Am Bichel.
Anschließend folgt man einem in Serpentinen angelegten Fahrweg und hält sich bei der zweiten Abzweigung links.Rechts würde es ebenfalls zum Grünten gehen. Doch die Südseite mit ihren bewirtschafteten Almen eignet sich besser für den Rückweg.Gleich darauf werden am Parkplatz Alpe Weiherle die Wanderer zahlreicher. Die meisten wollen schnurstracks auf dem breiten, wintertauglichen Weg zum Grüntenhaus. Wir wechseln dagegen bald nach einer Bachverbauung auf den nur für Geübte empfohlenen Steig zum Burgberger Hörnle. Steil, oft morastig und weiter oben ein bisschen felsig geht zu dem schmalen Gipfel2 hinauf.

Grüntenhaus

Beim Abstieg am Nordostgrat des Burgberger Hörnles hilft ein Drahtseil, das gerade bei Nässe von Vorteil ist. Nach der kleinen Klettereinlage weitet sich das Gelände zu einer sanften Almweide. Wer gerne Gipfel sammelt, könnte dem Rücken folgen und auf einem schmalen Pfad den Siechenkopf überschreiten. Das spart vermutlich ein paar Höhenmeter. Der Wanderweg quert den Siechenkopf unterhalb und passiert wenig später das Grüntenhaus3. Diese ganzjährig geöffnete Schutzhütte erfreut sich großer Beliebtheit.

Grünten Hauptgipfel

Vom Grüntenhaus ist es gar nicht mehr weit zur Hochwartspitze mit dem Sendeturm des Bayerischen Rundfunks. Der öffentliche Fahrbetrieb der Kabinenseilbahn zur Hochwartspitze wurde 2014 eingestellt. Dass keine Bergbahn mehr fährt, hat auch seine Vorteile. Am Gipfel ist ohnehin genug los.
Gleich nach der Hochwartspitze wird mit dem Übelhorn4 der höchste Punkt am Grünten erreicht. Auf dem Übelhorn steht ein Kriegerdenkmal. Von da hat man ein fantastisches Panorama.

Abstieg zur Oberen Schwandalpe

Zunächst auf dem Rücken ostwärts Richtung Grüntenalpe, die sich im Skigebiet der Grüntenlifte befindet. Auf halber Strecke verabschieden wir uns vom Wanderstrom und zweigt rechts zur Roßbergalpe ab. Nun wird es plötzlich sehr ruhig. Der Weg schlägt einen Haken, durchquert einen Waldstreifen und zieht sich durch die Weidefläche zur Roßbergalpe5 hinab. Ein Fahrweg verbindet die Almen untereinander. Man gelangt auf ihm nahezu eben mit bester Aussicht über die Mittlere zur Oberen Schwandalpe6.

Rückweg durch die Starzlachklamm

Von der Oberen Schwandalpe führt ein Steig durch die Almweide flott bergab. Kurz nach der Kehralpe trifft man auf ein Sträßchen. Dort rechts und vorm Gasthof Alpenblick links durch die Wiese zur Alpe Topfen. Das wäre die letzte Almeinkehr für heute.
Hinter der Alpe Topfen geht es in die Starzlachklamm7, die sich tief in den dunklen Nummulitenkalk hineingrub. Schade, dass die Klamm nicht länger ist. Am Ausgang den ungewöhnlichen Gleitwasserfall beachten.
Nach Verlassen der Klamm wandelt sich die Starzlach zu einem lieblichen Bach und lädt mit großen Kiesbänken zum Rasten ein. Vom Parkplatz Winkel wandert man schließlich zurück zur Bushaltestelle in Burgberg. Die Strecke zum Bahnhof Sonthofen wäre relativ weit und ist gar nicht schön!