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Notkarspitze (1888 m) über Brünstlkopf

Kammwanderung rund um das Gießenbachtal

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Die Notkarspitze ist einer der beliebtesten Berge in der Kramergruppe. Nach Süden ist sie über den Gießenbachsattel mit dem Brünstlkopf verbunden. Selbiger reiht sich wiederum in eine ganze Kette vergleichsweise stiller Gipfel ein. Ausdauernde Bergwanderer finden daher im Umkreis der Notkarspitze ein breites Betätigungsfeld mit vielfältigen Routen.

Inhalt

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Wie so mancher Oberbayer kenne ich die Notkarspitze schon aus Kindertagen. Doch lange kam ich nicht auf die Idee, sie einmal von Farchant aus zu besteigen. Erst eine Wanderung im Lahnenwiesgraben, wo überall Wegweiser zur Notkarspitze stehen, brachte mich auf diesen Gedanken. Beginnend mit dem Schafkopf klappert man so im Lauf des Tages eine ganze Reihe von Erhebungen und Gipfeln ab und erfreut sich unterwegs an einem großartigen Panorama. Am Ende der langen Tour wartet mit dem prachtvollen Benediktinerkloster Ettal zudem noch ein kultureller Höhepunkt.
Will man vor der Notkarspitze eine Zwischenrast einlegen, sollte man dafür nicht bis zum Brünstlkopf warten. Denn auf diesem Grasbuckel ist jeder Quadratmeter gründlich mit Schafkot bedeckt. Die intensive Beweidung ärgert nicht nur die Wanderer, die keinen Sitzplatz mehr finden, sondern gefährdet wegen der Überdüngung auch die alpine Flora. Zwar verhindert die Beweidung mit Schafen eine Verbuschung und dient prinzipiell dem Erhalt der alpinen Rasen, doch müsste darauf geachtet werden, dass die Schafe nicht immer an denselben Stellen lagern.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Zum Schafkopf

Auf der Bahnhofstraße geht es ins Dorfzentrum von Farchant, wo schon die Wegweiser zu Schafkopf, Brünstlkopf und Notkarspitze auffallen. An der Kirche rechts halten und dem Spielleitenweg zum Waldrand folgen. Dort den Steig links neben dem Spielplatz nehmen, der im Wald die steile Spielleite1 hinaufführt. Wenn das Gelände flacher wird, schneidet er eine Forststraße. Bald wird noch ein untergeordneter Forstweg gekreuzt. An der darauffolgenden Forststraße für den Schafkopf nach rechts. Geradeaus ginge es direkt zum Brünstelkopf. Von der Forststraße dann bereits an der ersten Kurve auf einen schmäleren Weg wechseln und nach wenigen Metern links. Damit wäre der eigentliche Steig zum Schafkopf erreicht. Dieser tangiert später nochmals kurz einen Forstweg. Zum Glück ist die Strecke wirklich prima beschildert, sonst hätte man mit den zahlreichen Abzweigungen ziemlich zu kämpfen. Gegen Ende wird eine abschüssige Grasfläche gequert und in wenigen Serpentinen der breite Rücken gewonnen. Rechts befindet sich der Ausblick mit Kreuz und Bank2.

Über den Brünstlkopf zur Notkarspitze

Vom Schafkopf wandert man auf dem Reschbergrücken gen Westen. Dabei zunächst abwärts zur Kreuzung am Roßalmsattel3. Von da recht steil zum Brünstlkreuz, wobei der Wald mehr und mehr zurücktritt. Ganz am Schluss etwas schrofig. Vom Brünstlkreuz zum geringfügig höheren Brünstlkopf4 ist es nur noch ein Katzensprung.
Bevor mit der Notkarspitze die letzte Hürde genommen wird, kann man hinab zum Gießenbachsattel5 etwas Schwung holen. Wanderer aus dem Gießenbachtal und Kühalpental stoßen nun hinzu und so wird es, je näher die Notkarspitze rückt, immer belebter. Auf ihrer weiträumigen Gipfelfläche6 ist trotzdem genug Platz.

Abstieg via Ziegelspitz

Vom Gipfel der Notkarspitze ostwärts zwischen Latschenfeldern hindurch und mit kleinem Gegenanstieg auf den Ziegelspitz7. Der bietet nochmals viel Aussicht. Mit dem unscheinbaren Ochsensitz8 endet der Kamm. Östlich des Ochsensitzes, hinter der Lichtung der aufgelassenen Notalm, findet sich links eine unauffällige Abzweigung. Vorsicht, der Pfad kurz davor ist nur eine alte Verbindung zu Ziegelalm und Großkaralm. Ein Hinweisschild warnt vor der Gefährlichkeit des kleinen Steigs hinab ins Graswangtal und viele wandern daher geradeaus weiter Richtung Gießenbachtal. Der direkte Abstieg nach Ettal ist in der Tat schmal, fast immer feucht und rutschig sowie leicht ausgesetzt. Die paar felsigen Stellen sind gesichert. Unten im Tal zuerst rechts und anschließend links über eine Brücke nach Ettal.