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Breitenkopf (2469 m)

Klettertour über dem Igelskar

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Südlich des oberen Gaistals, gegenüber vom Wetterstein, erstreckt sich das einsamste Gebiet der Mieminger Kette. Überwiegend schwer zugängliche und kaum besuchte Gipfel umrahmen die beiden kargen Hochtäler von Igelskar und Schwarzbachkar. Einer dieser Gipfel ist der Breitenkopf, der technisch wie landschaftlich außergewöhnlich ist.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Igelsee
    2. Igelskar
    3. Auf den Breitenkopf
    4. Abstieg über die Breitenkopfhütte
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (11 Fotos)
Der Breitenkopf von Westen mit der Breitenkopfhütte unten in der Felsnische. Die Höhle links über der Hütte ist künstlich und gehört zum System des Oberbaustollens.

Der Breitenkopf macht es einem nicht gerade leicht. Mit steilen Altschneefelder bis in den Sommer hinein, viel losem Schotter und ausgesetzter Kletterei im oberen II. Grad bringt er wohl jeden ins Schwitzen. Ich zumindest war vom Anspruch der Tour überrascht und froh, wieder wohlbehalten unten im blühenden Igelskar anzukommen.
Das eigentliche Klettergelände beschränkt sich auf die letzten 50 Meter. Doch die haben es in sich. Schwierig ist insbesondere, dass man im Aufstieg in eine Scharte abklettern muss. Diese Stelle lässt sich von oben schlecht einsehen. Der splittrige Fels ist darüber hinaus nirgends wirklich zuverlässig.

Probleme kann auch die Orientierung bereiten. Der markierte Weg durch das Igelskar zur Breitenkopfhütte ist noch einfach zu finden – vorausgesetzt es liegt nicht zu viel Schnee. Zum Breitenkopf leiten bloß schwache Spuren und ein paar Steinmandl. Bei guter Sicht machbar, im Nebel dagegen nicht empfehlenswert.

Bergbaugeschichte: Die Bergbau­tätigkeit im Mieminger Gebirge reicht mindestens bis ins Mittelalter zurück. Unter anderem wurden Silber, Blei und Zink gewonnen. Die Stollen konzentrieren sich vor allem auf die Silberleiten, den Schachtkopf, den Tajakopf sowie das Igelskar. Weitere Details können beim Bergwerksverein Silberleithe Tirol nachgelesen werden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1090 m14 km6:20 h

Anspruch■■■■■■ T6 II+
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Igelsee

Von der Ehrwalder Alm verläuft ein breiter Fahrweg Richtung Seebensee. Er holt in einem weiten Bogen nach Osten aus. Nach Überqueren des Geißbachs führt er auf eine Anhöhe. Von dort geht es wieder leicht bergab. Bald danach zweigen wir links ab und gelangen hinab zum Igelsee1.

Igelskar

Kurz bevor sich der gekieste Fahrweg vom Igelsee ins Gaistal entfernt, rechts den begrünten Waldweg nehmen. Dieser dreht wenig später nach links. Genau an der Kurve beginnt ein nicht beschilderter, doch passabler Pfad. In einem lichten, blumenreichen Lärchenwald, der zwischen undurchdringlichen Latschenfeldern liegt, steigt er ins Igelskar hinauf. Links fällt die Abraumhalde des Hermann-Stollens2 auf, zu dem es einen deutlichen Weg gibt. Das Befahren des Bergwerks ist nicht erlaubt.
Im Igelskar werden die Spuren schwächer, doch es wurde ausreichend markiert. Man hält sich am Fuße des Igelskopfs Richtung Süden, bis man einen Steig trifft, der von der Igelsscharte3 herabkommt und sich hinüber zur Breitenkopfhütte (DAV Selbstversorger) zieht. Auf diesem an einem Tümpel vorbei bis nahe an die Breitenkopfhütte heran.

Auf den Breitenkopf

Etwa 300 m vor der Breitenkopfhütte zweigen die Begehungsspuren zu Breitenkopf und Hochplattig ab. Diese sind nur in den Rasenmatten einigermaßen zu erkennen. Wir orientieren uns daher besser an der Felsnase, die im östlichen, hinteren Eck des Igelskars hervorsteht. Wenn man an sie herankommt, gibt sie ihren rückseitigen Zugang frei. Nun entweder direkt durch eine Rinne hinaufkrabbeln oder mehr rechts im Geröll ausholen. Es gibt einige Steinmandl. Oben auf der steilen Nase muss man sich mühsam durch viel Schotter und Kies bergauf kämpfen.
Gut, wenn endlich der Grat erreicht ist. Von dort schweift der Blick unwillkürlich hinüber zur Hochwand, die das Schwarzbachkar im Osten flankiert.
Die Schneide zum Breitenkopf ist stellenweise ausgesetzt, weist anfangs jedoch keine großen Kletterschwierigkeiten auf. An der Scharte gegenüber dem Gipfel stutzt man dann erst einmal. Geradeaus geht gar nichts. Also erst wieder ein paar Schritte zurück und auf der Seite des Schwarzbachkars diagonal zur Scharte hin abklettern. Danach vom tiefsten Punkt sehr exponiert einige Meter in die Ostseite des Gipfelaufbaus hineinqueren und in den senkrechten Felsen zum Grat empor. Vorsicht wegen der teils lockere Griffe. Außerdem keinesfalls nach rechts in die riskanten Grasschrofen und Platten ausweichen. Die letzten Meter zum Kreuz4 sind dann einfach.

Abstieg über die Breitenkopfhütte

Die Scharte ist in der umgekehrten Reihenfolge fast noch fordernder und verlangt hohe Konzentration. Das lästige Geröll vom Aufstieg macht bergab hingegen Freude, wenn man das Abfahren beherrscht.
Ich empfehle, noch bei der Breitenkopfhütte5 vorbeizuschauen. Nicht nur wegen des schönen Rastplatzes, sondern auch um den frei zugänglichen Oberbaustollen zu befahren. Taschenlampe und Helm mitnehmen! Nach ca. 30 m öffnet sich eine beachtliche Halle. Der Gang rechts zum Verbindungsschacht mit dem 300 m tiefer gelegenen Hermann-Stollen ist gesperrt. Hinter der Halle bohrt sich der Hauptstollen noch 75 m weiter in den Berg. Gefunden wurde aber offenbar nichts mehr.
Von der Breitenkopfhütte queren wir anschließend das Igelskar auf der ebenfalls markierten Diagonalen, bis sich diese unterm Igelskopf in die Aufstiegsroute einfädelt.