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Bockerlbahnweg am Spitzingsee

Wanderung von der Valepp nach Neuhaus

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Die Wanderung auf dem Bockerlbahnweg führt von der Valepp zum Schliersee. Dabei kommen wir an urigen Hütten, dem idyllischen Spitzingsee und den Josefsthaler Wasserfällen vorbei. Infotafeln berichten unterwegs von der Geschichte der ehemaligen Neuhauser Bockerlbahn.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Blecksteinhaus
    2. Valeppalm
    3. Spitzingsee-Rundweg
    4. Zur Stockeralm
    5. Nach Neuhaus
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (10 Fotos)
Zwischen der ehemaligen Laubenriesbrücke und der Dürnbachbrücke wurde ein restaurierter Originalwaggon der Bockerlbahn aufgestellt.

Im Januar 1919 wütete in der Valepp ein orkanartiger Föhnsturm. Mehrere Quadrat­kilometer Wald wurden zerstört. Es stellte sich die Frage, wie das wertvolle Holz abtransportiert werden sollte. Die etwa drei Meter breite Alte Spitzingssraße war für schwere Holztransporte ungeeignet und die Straße in die Valepp gab es zu dieser Zeit noch gar nicht. Deshalb beschloss die Bayerische Staats­forst­verwaltung eine Waldbahn vom Bahnhof Fischhausen zur Waitzingeralm zu bauen.

Auch in den Chiemgauer Alpen kämpfte man übrigens mit den Folgen des Föhnsturms von 1919. Zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl wurde damals ebenfalls eine Schmalspurbahn angelegt.

Nach drei Jahren war das Holz abtransportiert, so dass die Neuhauser Bockerlbahn 1922 wieder stillgelegt werden konnte. Die Strecke wurde vollständig zurückgebaut. Bald geriet die Geschichte in Vergessenheit. Erst die Eröffnung des Bockerlbahnwegs im Jahr 2010 machte die Existenz der Waldbahn einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Der Bockerlbahnweg wurde wirklich sehr liebevoll angelegt. Natürlich trägt die schöne Umgebung das Ihrige zu seiner Attraktivität bei. Entlang der Strecke stehen überall Infotafeln mit Original­aufnahmen und detaillierten Beschreibungen. So können die alten Fotos direkt an Ort und Stelle mit der heutigen Landschaft verglichen werden.
Um dem Weg des Holzes zu folgen, empfehle ich, die Wanderung in der Valepp zu beginnen. Die Infopunkte sind allerdings in der umgekehrten Reihenfolge vom Bahnhof Fischhausen-Neuhaus ausgehend nummeriert.

Filmtipp: Die Sendung Zwischen Spessart und Karwendel des Bayerischen Fernsehens berichtete in einem interessanten Beitrag über den großen Windbruch in der Valepp und die Neuhauser Bockerlbahn.

Tourcharakter und Schwierigkeit

200 m340 m12 km2:50 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Blecksteinhaus

Bei der Waitzingeralm führt eine Brücke über die Rote Valepp. Auf der anderen Seite steht gleich die erste Schautafel des Bockerlbahnwegs. Dort wurde am Bahnhof Waitzingeralm das Holz aus der Valepp aufgeladen, dessen Weg wir nun folgen.
Als Erstes wandern wir bachaufwärts zum Blecksteinhaus1. Das Steilstück hinauf zum Blecksteinhaus wurden die schwer beladenen Wagen mit einem Aufzug hochgezogen. Den Aufzug betrieb eine Dampfmaschine.

Valeppalm

Hinter dem Blecksteinhaus geht es spitz links, wobei man zuvor noch rechts an der Brücke das Schild über den Holzlagerplatz Grünanger lesen könnte.
Die Strecke macht bald eine Spitzkehre nach rechts zum so genannten Bleckstein­durchbruch. Dort mussten einige Meter freigesprengt werden. Auf der anderen Seite breitet sich voraus ein lieblicher Talgrund aus, in dem die Hütten der Valeppalm2 stehen.
Der Weiterweg verläuft oberhalb der Almweiden am Fuß von Stolzenberg und Roßkopf, also genau da, wo früher die Waldbahn fuhr. Dabei beschreibt er einen weiten Bogen und biegt schließlich nach links zum Spitzingsee.

Spitzingsee-Rundweg

Die Gleisstrecke verlief nicht am sumpfigen Seeufer, sondern weiter oben im Hang. Zum Wandern ist der Uferweg allerdings netter als, der gekieste, teils asphaltierte Höhenweg. Wir laufen also besser unten am Ufer um die Westseite des Sees herum und dann hinauf zum Spitzingsattel3. Am Sattel treffen wir wieder den Bockerlbahnweg.

Zur Stockeralm

Drüberhalb des Spitzingsattels geht es durch ein Waldstück und neben einem Graben hinab zur Stockeralm4. Wegen des starken Gefälles gab es vom Spitzingsattel bis zum Bahnhof Stockeralm drei so genannte Bremsberge. Bei diesen zog jeweils ein beladener, abwärtsfahrender Wagen einen leeren nach oben.
An der Stockeralm nimmt man den linken Weg. Der Bahnhof Stockeralm befand sich am Nordende der ziemlich verbuschten Almlichtung.
Von da wäre ein kurzer Abstecher zu den sehenswerten Josefsthaler Wasserfällen5 möglich. Von den Wasserfällen nicht hinab nach Josefsthal, denn sonst muss man durch den Ort hatschen und verpasst die übrigen Stationen der Bockerlbahn.

Nach Neuhaus

Der letzten Abschnitt nach Neuhaus hält sich exakt an den Streckenverlauf der Neuhauser Bockerlbahn. An einigen Stellen sind noch Betonfundamente zu erkennen. Nach dem Laubenriesgraben wird der Weg breiter und mündet beim Ankelbach6 in eine Kiesstraße. Die Ankelbachbrücke bestand aus einer aufwändigen, für die damalige Zeit völlig neuartigen Holzkonstruktion. Auf der Schautafel gibt es Fotos davon zu sehen.
In Neuhaus hält man sich links und überquert den Dürnbach. Danach auf der Bodenscheid- und Wendelsteinstraße zum Bahnhof.