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Blaubergkamm zum Halserspitz (1862 m)

Aussichtsreiche Gratwanderung

(aktualisiert am )

Die Überschreitung der Blauberge zählt zu den Filetstücken der Tegernseer Berge. Ungehindert schweift der Blick vom Blaubergkamm nach allen Seiten. Den höchsten Punkt am Kamm bildet der Halserspitz. Der eigentliche Höhepunkt ist aber weniger der Gipfel selbst, als vielmehr der Weg dorthin.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Wildbad Kreuth
    2. Siebenhütten
    3. Durch die Große Wolfsschlucht
    4. Blaubergkamm
    5. Abstieg zur Wenigberghütte
    6. Rückweg nach Wildbad Kreuth
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (10 Fotos)
Blick vom Halserspitz nach Westen über den Blaubergkamm.

Manche Touren unternimmt man immer wieder gerne. Für mich zählt dazu auch die Überschreitung der Blauberge. Während der abwechslungsreichen Gratwanderung scheint die Zeit fast stillzustehen. Wer sich darauf einlässt und nicht einfach schnell Richtung Halserspitz­gipfel eilt, kann dabei vielleicht sogar in eine Art Flowzustand geraten.
Man sollte auf jeden Fall ausgiebig Zeit mitbringen, damit man den Kamm mit Muse genießen kann. Also entweder früh aufbrechen oder noch besser auf der urigen Blaubergalm übernachten. Achtung, unbedingt vorher reservieren, weil es nur wenige Schlafplätze gibt!

Tourcharakter und Schwierigkeit

1300 m19 km7:10 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Von der bayerischen Seite aus sind die Blauberge keine reine Bergwanderung mehr. Denn im Norden werden sie von einer zerfurchten, steil abfallenden Felsflanke geprägt. Mit dieser bekommt man es in der Großen Wolfsschlucht sowie beim Abstieg vom Halserspitz zu tun. Rudimentäre Klettererfahrung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich. Während in der Großen Wolfsschlucht Drahtseile drinhängen, fehlen diese bei den Schrofenstufen an der Nordseite des Halserspitzes.

Darüber hinaus ist ausreichend Kondition nötig, denn neben der beachtlichen Wegstrecke zehren mehrere Gegenanstiege an den Kräften. An heißen Tagen kann der latschenbewachsene, sonnige Kamm sehr anstrengend sein. Nicht bei Gewittergefahr aufbrechen.

Im Winter, aber auch bis weit ins Jahr hinein, machen Eis und Schnee die Tour sehr gefährlich. Der Versuch einer Winterbegehung im Dezember 2008 endete für einen jungen Mann tödlich. Er verstarb unter tragischen Umständen nach einem Sturz an Erschöpfung und Unterkühlung bei der Wenigberghütte.

Wegbeschreibung

Wildbad Kreuth

Autofahrer starten am besten beim Parkplatz Siebenhütten. Bei einer Anreise mit dem Linienbus ist die Haltestelle Wildbad Kreuth dagegen oft günstiger, weil die Haltestelle Siebenhütten seltener bedient wird.
Falls man beim großen Wanderparkplatz von Wildbad Kreuth startet, läuft man erst ein Stück an der Weißach entlang. Der befestigte Kiesweg macht dabei einen Bogen um den Gebäudekomplex von Wildbad Kreuth, welcher sich am Hochufer hinter den Bäumen versteckt.

Mindestens seit Ende des Mittelalters sind die schwefelhaltigen Heilquellen am Hohlenstein bekannt. Das dort errichtete Wildbad mit Kapelle gehörte bis zur Säkularisation dem Kloster Tegernsee. 1817 erwarb es König Maximilian I. und ließ es zu einem noblen Kurbad ausbauen. Wildbad Kreuth befindet sich bis heute im Besitz der Wittelsbacher.Mehr Info

Siebenhütten

Südlich von Wildbad Kreuth liegt die Herzogliche Fischzucht. Dort verteilen sich an der Brücke über die Hofbauernweißach die Wege. Nach Siebenhütten1 gibt es zwei Varianten, und zwar entweder links oder rechts der Hofbauernweißach. An der Herzoglichen Fischzucht vorbei ist es eine Idee länger.

Durch die Große Wolfsschlucht

Von Siebenhütten wandert man anschließend über die Oberhofer-Weißachalm und die Königshütte hinter in die Große Wolfsschlucht. Der Name der Königshütte erinnert an die Zeit, als König Maximilian I. dort auf die Jagd ging.
Die Landschaft wird nun immer urtümlicher, während sich die Schlucht so weit verengt, dass man zuletzt mehr im als neben dem Bachbett läuft.
Das Warnschild im Talschluss der Wolfsschlucht2 ist ernst gemeint. Es gibt einige Kletterstellen. Unbedingt auf Steinschlag achten. Angesichts der meist feuchten Felsen sind die Drahtseile echt nützlich. Weiter oben muss eine heikle, sandige Runse gequert werden, die ebenfalls gesichert ist. Nach der Kraxelei leitet der Weg durch ein freundliches Buchenwäldchen in den Sattel zwischen Schildenstein und Predigtstuhl.

Blaubergkamm

Zum Halserspitz geht es Richtung Osten und dabei zunächst auf den Predigtstuhl. Ein Abstecher zur bewirteten Blaubergalm3 ist möglich.
Vom Predigtstuhl wandert man am Kamm entlang oder knapp darunter über die Blaubergschneid und den Blaubergkopf aufs Tourenziel zu. Zwischen diesen beiden verliert man zur Schoberstatt4 um die 100 Höhenmeter. Ansonsten ist der Kamm nur leicht eingeschnitten. Am Karspitz stößt aus Süden der Weg von der Gufferthütte hinzu. Bald danach wird der Halserspitz5 erreicht.

Abstieg zur Wenigberghütte

Westlich des Gipfels zweigt rechts der Steig in die schrofige Nordflanke ab. Dieser Abschnitt sollte nicht unterschätzen werden. Das Gelände ist ziemlich abschüssig und das Gestein an den paar kleinen Felsstufen brüchig. Die Erosion nagt stellenweise am Steig, vor allem dort, wo die Route aus der Langen Au bzw. von der Gufferthütte heraufkommt. Beeindruckend ist die sandige Rinne des Stangengrabens, die uns nur noch ein schmales Band übrig lässt. Ein Seil hilft beim Balancieren. Dann wird es deutlich einfacher. Der Weg bleibt noch etwas auf dem Rücken und knickt später nach Nordwesten ab. Durch lichten Wald gelangt man hinab zur Wenigberghütte6, die für die Jagd genutzt wird.

Rückweg nach Wildbad Kreuth

Hinter der Wenigberghütte folgt am Weißenbachkopf ein minimaler Gegenanstieg. Die Strecke durch dieses weitläufige Waldgebiet zieht sich. Schließlich geht es am Zwieselberg durch den steilen Zwieselgraben bergab zum Hohlensteinbach. Unten am Hohlensteinbach könnte man nach ein paar Hundert Metern, rechts den Fahrweg von der Hohlensteinalm7 nach Siebenhütten bzw. Wildbad Kreuth nehmen. Geradeaus ist aber reizvoller.