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Blaubergkamm zum Halserspitz (1862 m)

Aussichtsreiche Gratwanderung

(4)

Die Überschreitung der Blauberge zählt zu den Filetstücken der Tegernseer Berge. Ungehindert schweift der Blick vom Blaubergkamm nach allen Seiten. Den höchsten Punkt am Kamm bildet der Halserspitz. Der eigentliche Höhepunkt ist aber weniger der Gipfel selbst, als vielmehr der Weg dorthin.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Nach Siebenhütten
    2. Aufstieg durch die Große Wolfsschlucht
    3. Blaubergkamm
    4. Abstieg zur Wenigberghütte
    5. Zurück nach Wildbad Kreuth
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
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Rückblick über den Blaubergkamm vom Halserspitz aus.

Die lange Überschreitung des Blaubergkamms ist keine reine Bergwanderung mehr. Gerade die bayerische Seite wird von einer zerfurchten und steil abfallenden Felsflanke geprägt, mit der man es in der Großen Wolfsschlucht sowie beim Abstieg vom Halserspitz zu tun bekommt. Rudimentäre Klettererfahrung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich. Während in der Großen Wolfsschlucht Drahtseile drinhängen, fehlen diese bei den Schrofenstufen an der Nordseite des Halserspitzes.

Darüber hinaus ist ausreichend Kondition nötig, denn neben der beachtlichen Wegstrecke zehren mehrere Gegenanstiege an den Kräften. An warmen Tagen kann der latschenbewachsene, sonnige Kamm sehr anstrengend sein.

Bei Nässe ist die Tour unangenehm, bei Schnee und Eis eigentlich tabu. Der Versuch einer Winterbegehung im Dezember 2008 endete für einen jungen Mann tödlich. Er verstarb unter tragischen Umständen nach einem Sturz an Erschöpfung und Unterkühlung direkt an der Wenigberghütte.

Historisches: Im Jahr 1817 erwarb König Maximilian I. umfangreiche Besitzungen bei Wildbad Kreuth. Bis heute gehört beispielsweise Siebenhütten den Wittelsbachern. Die Namen Königshütte und Königsalm erinnern noch an die Zeit, als Maximilian I. in den Blaubergen auf die Jagd ging.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1300 m19 km7:10 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Nach Siebenhütten

Autofahrer starten am besten beim Parkplatz Siebenhütten. Bei einer Anreise mit dem Linienbus ist die Haltestelle Wildbad Kreuth dagegen oft günstiger, weil die Haltestelle Siebenhütten seltener bedient wird.
Startet man beim großen Wanderparkplatz von Wildbad Kreuth, muss man erst ein Stück entlang der Weißach laufen. Der befestigte Kiesweg macht dabei einen Bogen um den Gebäudekomplex von Wildbad Kreuth, welcher sich am Hochufer hinter den Bäumen versteckt. Bei der Brücke über die Hofbauernweißach verzweigen sich die Wege. Nach Siebenhütten1 gibt es zwei Varianten, und zwar entweder links oder rechts der Hofbauernweißach. An der Herzoglichen Fischzucht vorbei ist es eine Idee länger.

Aufstieg durch die Große Wolfsschlucht

Von Siebenhütten wandert man anschließend über die Oberhofer-Weißachalm und die Königshütte hinter in die Große Wolfsschlucht. Die Landschaft wird mit der Zeit immer urtümlicher. Die Schlucht verengt sich, so dass man sich mehr im als neben dem Bachbett bewegt.
Das Warnschild im Talschluss der Wolfsschlucht2 ist ernst gemeint. Es gibt einige Kletterstellen. Unbedingt auf Steinschlag achten. Angesichts der meist feuchten Felsen sind die Drahtseile echt nützlich. Weiter oben muss eine heikle, sandige Runse gequert werden, die ebenfalls gesichert ist. Nach der Kraxelei leitet der Weg durch ein freundliches Buchenwäldchen in den Sattel zwischen Schildenstein und Predigtstuhl.

Blaubergkamm

Zum Halserspitz geht es Richtung Osten und dabei zunächst auf den Predigtstuhl. Ein Abstecher zur bewirteten Blaubergalm3 ist möglich.
Vom Predigtstuhl wandert man am Kamm entlang oder knapp darunter über die Blaubergschneid und den Blaubergkopf aufs Tourenziel zu. Zwischen diesen beiden verliert man zur Schoberstatt4 um die 100 Höhenmeter. Ansonsten ist der Kamm nur leicht eingeschnitten. Am Karspitz stößt aus Süden der Weg von der Gufferthütte hinzu. Bald danach wird der Halserspitz5 erreicht.

Abstieg zur Wenigberghütte

Westlich des Gipfels zweigt rechts der Steig in die schrofige Nordflanke ab. Dieser Abschnitt sollte nicht unterschätzen werden. Das Gelände ist ziemlich abschüssig und das Gestein an den paar kleinen Felsstufen brüchig. Die Erosion nagt stellenweise am Steig, vor allem dort, wo die Route aus der Langen Au bzw. von der Gufferthütte heraufkommt. Beeindruckend ist die sandige Rinne des Stangengrabens, die uns nur noch ein schmales Band übrig lässt. Ein Seil hilft beim Balancieren. Dann wird es deutlich einfacher. Der Weg bleibt noch etwas auf dem Rücken und knickt später nach Nordwesten ab. Durch lichten Wald gelangt man hinab zur Wenigberghütte6, die für die Jagd genutzt wird.

Zurück nach Wildbad Kreuth

Hinter der Wenigberghütte folgt am Weißenbachkopf ein minimaler Gegenanstieg. Die Strecke durch dieses weitläufige Waldgebiet zieht sich. Schließlich geht es am Zwieselberg durch den steilen Zwieselgraben bergab zum Hohlensteinbach. Unten am Hohlensteinbach könnte man nach ein paar Hundert Metern, rechts den Fahrweg von der Hohlensteinalm7 nach Siebenhütten bzw. Wildbad Kreuth nehmen. Geradeaus ist aber reizvoller.