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Hoher Gaif (2288 m) über Normalweg

Klettertour am Stuibensee

(8)

Der Hohe Gaif steht ganz im Schatten der Alpspitze. Sein Name wird vielen gar nichts sagen. Doch häufig bieten gerade die untergeordneten Gipfel das ursprünglichere Bergerlebnis. Während sich drüben an der Alpspitze die Ferrata-Fans auf den Füßen herumstehen, klettert man am Blassengrat still vor sich hin und hat den Gipfel mit hoher Wahrscheinlichkeit für sich allein. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Durch die Schöngänge zum Bernadeinkopf
    2. Auf den Hohen Gaif
    3. Grieskarsteig durchs Gassental
    4. Rückweg über den Bernadeinsteig
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
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Der ausgesetzte Gipfelgrat. Links geht es Hunderte Meter senkrecht ins Reintal hinab.

Die Besteigung des Hohen Gaifs ist eine knackige Tour für geübte Bergsteiger, die in jedem Gelände trittsicher zu Hause sind.
Bevor es richtig losgeht, gibt es zur Einstimmung den leichten Klettersteig durch die Schöngänge. Wer dafür eine Sicherungs­ausrüstung benötigt, sollte den Hohen Gaif lieber gleich bleiben lassen. Denn der letzte Abschnitt zum Hohen Gaif verläuft über den Blassengrat. Dort erfordert die luftige Kraxelei in griffigem Fels gute Nerven, Schwindelfreiheit und äußerste Konzentration. Auf der Reintalseite geht es Hunderte Meter nahezu senkrecht nach unten. 2009 gab es am Grat kurz vorm Gipfel leider einen tödlichen Bergunfall!

An einigen Stellen sind Orientierungssinn und Routengespür nötig. Am Hohen Gaif finden sich nur undeutliche Begehungsspuren. Der Grieskarsteig ins Gassental ist unzureichend markiert und nicht immer klar erkennbar.

Fühlt man sich dem Aufstieg zum Hohen Gaif nicht gewachsen, kann man die imposante, hochalpine Landschaft mit dem hübschen Stuibensee trotzdem genießen. Einzig auf die Tiefblicke vom Blassengrat muss man dann verzichten.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m11 km5:50 h

Anspruch■■■■■■ T6 II B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Durch die Schöngänge zum Bernadeinkopf

Vom Kreuzeck führt ein gut frequentierter, breiter Kiesweg Richtung Süden. Auf diesem kann man sich bis zur bewirteten Hochalm1 bei mäßiger Steigung gemütlich warmlaufen. Nach der Hochalm geht es an einer Bergwachthütte vorbei direkt auf die Bernadeinwände zu. Vor den Bernadeinwände links über ein kleines Geröllfeld zum Einstieg in die Schöngänge2. Achtung, nicht in den schweren Mauerläufersteig (D/E) einsteigen, der durch die Steilabbrüche weiter östlich angelegt wurde! Zu Beginn wechseln sich Gehgelände und seilgesicherte Passagen ab. Am Schluss gibt es eine längere Leiter. Der Klettersteig endet neben dem Bernadeinkopf.

Auf den Hohen Gaif

Vom Bernadeinkopf muss man erst einmal zum Stuibensee absteigen. Nahe dem See3 verlässt man den markierten Weg, umrundet auf einem Pfad sein Westufer und nähert sich dem Hohen Gaif. An dessen Fuß wird der Grieskarsteig gekreuzt, bevor es auf passablen Spuren im Geröll unter einer Felswand emporgeht. Es folgen Schrofen und leichte Kletterstellen, die teilweise mit uraltem Drahtseil gesichert sind. Oberhalb davon befindet sich ein eingefallener Unterstand. Das letzte Stück zum Blassengrat verläuft über einen blumenreichen Magerrasen. Anschließend immer auf der Schneide in leichter, aber sehr ausgesetzter Kletterei (Stellen II meist I) in ca. einer halben Stunde zum Gipfel4.

Grieskarsteig durchs Gassental

Zunächst auf der Aufstiegsroute zurück. Am Fuße des Hohen Gaifs folgt man dann dem Grieskarsteig5 bergab. Er ist schlecht markiert und wird offensichtlich nicht mehr wirklich gepflegt. Geröll und Karren machen die Sache mühsam. Nach der Abzweigung zur Mauerscharte nordwärts halten. In dem schwach ausgeprägten Gassental wird es zwischen den Latschen bald unübersichtlich. An einer Gabelung am besten den rechten Ast parallel zur Stuibenwand wählen. Dabei wird ein alter Stollen passiert, der vom ehemaligen Bergbau im Hochgebirge zeugt. Der Pfad ist wegen der Beweidung nur schlecht zu erkennen. Hinter einer Tränke die Schneise im Wald ansteuern. Kurz darauf trifft man auf den Bernadeinsteig6.

Rückweg über den Bernadeinsteig

Mit leichtem Gegenanstieg verläuft der bequeme Bernadeinsteig zurück zur Bergstation. Anfangs im Wald, ab der Bernadeinhütte7 dann mit Aussicht. Dieser letzte Abschnitt zieht sich ganz ordentlich in die Länge.