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Zwieselberg (1348 m) über Angerlkopf

Lange Wanderung in den Tölzer Flyschbergen

(aktualisiert am )

Aus Sicht der bayerischen Landeshauptstadt ist der Zwiesel einer der nächst­gelegenen Berge. Gerade für kleine Wanderungen, etwa von der Blombergbahn aus, erfreut er sich dadurch großer Beliebtheit. Länger und verschwiegener sind hingegen die hier vorgestellten Wege von Bichl über den Angerlkopf oder durch das Steinbachtal.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Von Bichl nach Obersteinbach
    2. Aufstieg zum Angerlkopf
    3. Stallauer Kopf und Zwiesel
    4. Südabstieg vom Zwiesel
    5. Rückweg durchs Steinbachtal
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Blick vom Zwiesel nach Osten über die Schnaiteralm hinab ins Isartal.

Die Berge südwestlich von Bad Tölz bilden relativ unspektakuläre Buckel. Sie bestehen überwiegend aus Flysch.
Charakteristisch für die Flyschberge sind abgerundete Formen ohne markante, felsige Gipfel. Die Hänge sind oft von tief eingeschnittenen Gräben regelrecht zerfurcht. Flysch ist wegen der weichen Zwischenschichten instabil. Dadurch kommt es häufig zu Rutschungen.

Tonschichten dichten im Flysch den Untergrund ab, so dass das Wasser größtenteils oberflächlich abfließt. Die Böden sind feucht und fruchtbar. Es gibt Kalk- und Silikatstandorte. Eigentlich wäre somit eine abwechslungsreiche Vegetation zu erwarten. Doch die Forstwirtschaft hat leider zu einer starken Dominanz der Fichte geführt. Buchen und Ulmen wurden zurückgedrängt.
Beeinträchtigt wird der Wald außerdem durch eine übertriebene Menge an Forststraßen. Ebenfalls nicht schön anzusehen, aber zumindest verständlich, sind die zahlreichen Bachverbauungen. Bei Starkregen kann sich ein Bach in den Flyschbergen schnell in eine Schlammlawine verwandeln. Zum Schutz der Dörfer ringsum sind umfangreiche Sicherungs­maßnahmen unerlässlich.

Tourcharakter und Schwierigkeit

800 m19 km5:10 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wanderung ist einfach, aber recht weit und nur für zügige Geher empfehlenswert. Insbesondere der Rückweg durch das Steinbachtal zieht sich in die Länge.
Bei Nässe wird es vor allem oben rings um Angerlkopf und Zwiesel ziemlich batzig.

Wer in Bichl losgeht, merkt bald, dass dies nicht der übliche Startpunkt sein kann. Beschilderungen und Markierungen sind kaum vorhanden. Es schadet also nicht, eine Karte oder noch besser ein GPS-Gerät zur Hand zu haben.

Wegbeschreibung

Von Bichl nach Obersteinbach

Man folgt vom Dorfzentrum in Bichl der Beschilderung Richtung Steinbachtal und gelangt so auf der Ludlmühlstraße zum Ortsteil Hofstätt. Dort bei der Ludlmühle1 links über den Steinbach. Gleich danach am Ortsrand von Obersteinbach rechts in eine Forststraße.

Aufstieg zum Angerlkopf

Die langatmige Forststraße von Obersteinbach zum Holzlagerplatz am Hollerboden lässt sich abkürzen. Dazu nach wenigen Metern an der ersten Biegung geradeaus halten. Achtung, nicht durch die Furt laufen, sondern auf dem Rückeweg oberhalb des Steinbachs bleiben. Das ist alles nicht bezeichnet.
Der Rückeweg trifft beim Holzlagerplatz2 wieder auf die Forststraße. Man überquert sie und steigt auf einem untergeordneten Forstweg am Hollerkopf vorbei nach Norden Richtung Enzenauer Kopf auf. Die Strecke verläuft überwiegend im Wald. Unterm Enzenauer Kopf aufpassen und bei einer Gabelung den rechten, leicht abfallenden Weg wählen. Er führt direkt zum Angerlkopf3, auf dem es die erste richtige Aussicht gibt.

Stallauer Kopf und Zwiesel

Vom Angerlkopf geht es in leichtem Auf und Ab über den unbedeutenden Stallauer Kopf auf das Tourenziel zu. An der Ostseite des Stallauer Kopfs steht beim so genannten Plattl rechts neben dem Weg ein interessanter alter Grenzstein. Von da sind es nur noch ein paar Minuten zum Zwieselgipfel4. Die ausgedehnte Gipfelfläche bietet einen fantastischen Blick über das Isartal und zur Benediktenwand.

Südabstieg vom Zwiesel

Man steigt vom Zwiesel entweder direkt den steilen Wiesenhang nach Süden ab oder genießt noch länger die Aussicht und wandert nach Osten zur Schnaiteralm5. An der Alm scharf rechts. Es gilt nun zunächst die Beschilderung zur Lehenbauernalm. Dem Fahrweg folgend kommt bald die nächste Wahlmöglichkeit. Links herum über die Gassenhoferalm scheint mir etwas netter zu sein. Kurz vor der Lehenbauernalm6 treffen sich die Varianten wieder.

Rückweg durchs Steinbachtal

Am Nordende der Lichtung mit der Lehenbauernalm wechselt man rechts auf den Steig hinab ins Steinbachtal. Das ist die Strecke über die ehemalige Bichleralm nach Bichl. Besonders das erste Stück oberhalb des Tiefengrabens ist sehr schön. Weiter unten wird später der Bach aus dem Tiefengraben überschritten, der in den Steinbach mündet. Der Weg wird nun wieder breiter.
Ab der Bichleralm7 muss man mit einer breiten Kiespiste vorliebnehmen. Wenigstens kann man so relativ flott nach Bichl hinauslaufen. Wer die Augen offen hält, sieht im Steinbachtal an einigen Stellen Aufschlüsse von Flyschgestein. Ansonsten ist der verbaute Bach unattraktiv.