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Auf den heiligen Berg

Von Seefeld nach Andechs

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Mitten im malerischen Fünfseenland oberhalb des Ammersees liegt Kloster Andechs. Dieser älteste Wallfahrtsort Bayerns zieht jährlich Tausende Pilger, Wanderer und Ausflügler an. Neben dem beliebten Fußweg durchs Kiental gibt es noch einen längeren von Schloss Seefeld, so dass für genügend Abwechslung gesorgt ist.

Inhalt

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Es gibt viele Gründe nach Andechs zu wandern. Die schöne Landschaft mit den alten Buchenmischwäldern, die Rokokokirche des Klosters oder das geologisch bemerkenswerte Kiental. Der Kienbach durchfließt nämlich zum Ammersee hin eine für das Alpenvorland beeindruckende Schlucht. Er grub sich von der würmzeitlichen Moräne bei Andechs durch den Schotter älterer Kaltzeiten bis hinab in voreiszeitliche Schichten. Hinweistafeln erklären diesen Blick in die jüngste Erdgeschichte.
Daneben ist die Gegend auch von großer historischer Bedeutung, jedenfalls für Oberbayern. An Stelle des Klosters stand bis ins 13. Jahrhundert die Burg der reichen Grafen von Andechs. 1208 rissen die Wittelsbacher die oberbayerischen Besitzungen der Grafen an sich. Als Vorwand diente deren angebliche Verwicklung in den Königsmord an Philipp von Schwaben. Dieser Zugewinn trug sicher mit dazu bei, dass sich die Wittelsbacher so lange als bayerische Herrscher behaupten konnten.
Und wer mit Geologie und Geschichte gar nichts anfangen kann, der lässt sich einfach das süffige Bier schmecken. Prost!

Wegbeschreibung zur Wanderung

Von Seefeld nach Andechs

Beim S-Bahnhof Seefeld-Hechendorf durch die Unterführung und entlang der Seefelder Straße auf Schloss Seefeld zu. Im Süden liegt der Pilsensee, im Norden fließt der renaturierte Aubach durch eine kleine Moorlandschaft. Oben bei Schloss Seefeld1 in den Schlosshof hinein. In seinen Arkaden haben verschiedene Künstler ihre Verkaufsräume eingerichtet. Im Hof gleich hinter dem Eingangstor links wenden und am Schlosspark hinab in den Höllgraben, der anders als der Name vermuten lässt, sehr idyllisch ist. Man hält sich rechts und wandert auf einem Fußweg neben einem Bächlein nach Widdersberg2. Dort kurz auf die Straße wechseln und rechts am Weiher vorbei. Anschließend geht es auf einem breiten Weg, der Anhöhe folgend, immer geradeaus. Nach Überqueren einer Straße, rechts am Waldrand bleiben. Knorrige, alte Buchen säumen den Pfad, der am oberen Rand des Kientals direkt am Hangabbruch verläuft. Hinter einem Waldstück nach rechts orientieren. Kurz vor Andechs kommt man an den Ochsengraben. Auf der anderen Grabenseite befindet sich am Felssporn über dem Kiental ein mittelalterlicher Burgstall mit Wallanlagen.
Zum Kloster3 sind es von da nur noch einige Hundert Meter. Dabei hat man einen exzellenten, völlig unverbauten Blick auf die Anlage.

Durchs Kiental nach Herrsching

Von der Klosterkirche die Treppe hinab und ein Stück auf dem Wallfahrtssteig Richtung Ortschaft. Nach einem Wegkreuz zweigt man aber rechts ins Kiental ab. Der befestigte Weg wechselt in dem schluchtartigen Kiental4 mehrmals die Bachseite und schlängelt sich entlang der Hänge aus Nagelfuh. Diese sind instabil, was schon Sperrungen zur Folge hatte. Das Kiental ist bis zum Schluss sehr reizvoll. In Herrsching an der Kirche links und ein letztes Mal über den Kienbach. Der Bahnhof ist ausgeschildert.

Tipp

Vom Herrschinger Bahnhof sind es nur wenige Minuten zum Ammersee und der unscheinbaren Mündung des Kienbachs.