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Wanderung von Seefeld nach Andechs

Mit Rückweg durchs Kiental

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Es gibt mehrere schöne Wege, um nach Andechs zu wandern. Einer davon beginnt bei Schloss Seefeld und verläuft durch herrliche, alte Buchenwälder. Oder man wählt das romantische Kiental mit seinen interessanten Nagelfluhfelsen. Wer mit der S-Bahn anreist, kann natürlich auch beide Strecken kombinieren. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Vom Bahnhof zu Schloss Seefeld
    2. Widdersberg
    3. Nach Andechs
    4. Durchs Kiental nach Herrsching
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
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Alter Buchenbestand oberhalb des Kientals.

Mitten im malerischen Fünfseenland oberhalb des Ammersees liegt Kloster Andechs. Dieser älteste Wallfahrtsort Bayerns zieht jährlich Tausende Pilger, Wanderer und Ausflügler an.
Gründe, um nach Andechs zu wandern, gibt es genug. Vor allem natürlich das süffige Andechser Bier, aber auch die prächtige Rokokokirche und die schöne Landschaft mit den hellen Buchenwäldern.

Direkt unterhalb des Klosters liegt das geologisch bemerkenswerte Kiental, in dem rißeis­zeitliches Nagelfluhgestein aufgeschlossen ist. Für das Alpenvorland stellt das Kiental durchaus eine beachtenswerte Schlucht dar. Das Rinnsal des heutigen Kienbachs, der hinab zum Ammersee fließt, kann nicht für die Schlucht verantwortlich sein. Das waren die großen Schmelzwassermassen am Ende der Würm-Kaltzeit. Schautafeln erklären im Kiental weitere Details zu dem Geotop.

Darüber hinaus ist die Gegend auch von großer historischer Bedeutung, jedenfalls für Oberbayern. An Stelle des Klosters stand bis ins 13. Jahrhundert die Burg der reichen Grafen von Andechs. 1208 rissen die Wittelsbacher die oberbayerischen Besitzungen der Grafen an sich. Als Vorwand diente deren angebliche Verwicklung in den Königsmord an Philipp von Schwaben. Dieser unrechtmäßige Zugewinn trug sicher mit dazu bei, dass sich die Wittelsbacher so lange als bayerische Herrscher behaupten konnten.
Der Bayernherzog Albrecht III. gründete 1455 dann auf dem Andechser Berg das Benediktinerkloster.

Tourcharakter und Schwierigkeit

180 m13 km3:00 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die Wanderung nach Andechs eignet sich das ganze Jahr über und bei fast jedem Wetter. Wenn es sehr nass ist, wird die Strecke von Seefeld nach Andechs allerdings zum Teil ziemlich batzig. Der Weg durchs Kiental ist hingegen fester.
Im Winter besteht auf sämtlichen Wegen häufig Rutschgefahr wegen überfrierender Nässe.

Wegbeschreibung

Vom Bahnhof zu Schloss Seefeld

Beim S-Bahnhof Seefeld-Hechendorf geht es durch die Unterführung und dann auf dem Fußweg neben der Seefelder Straße direkt auf das Schloss Seefeld zu. Im Süden liegt der Pilsensee, im Norden fließt der renaturierte Aubach durch eine kleine Moorlandschaft.
Oben bei Schloss Seefeld1 müssen wir in den Schlosshof hinein. Die Arkaden im äußeren Hof werden von verschiedenen Künstlern als Verkaufsräume genutzt. Der Hauptbau mit dem inneren Hof ist normalerweise geschlossen.

Widdersberg

Wir wenden uns im Schlosshof von Seefeld hinter dem Eingangstor links und spazieren am Park hinab in den Höllgraben. Anders als der Name vermuten lässt, ist der Höllgraben sehr idyllisch. An einer Gabelung halten wir uns rechts und wandern neben einem lustigen Bächlein nach Widdersberg2. In dem kleinen Ort steht die sehenswerte Kirche St. Michael. Von der Bausubstanz ist die Kirche gotisch, wurde aber später barockisiert.

Nach Andechs

In Widdersberg geht es am Weiher vorbei und anschließend auf einem breiten Weg der Anhöhe folgend immer geradeaus. Nach Überqueren einer Straße, welche von Herrsching heraufkommt, rechts am Waldrand bleiben. Knorrige alte Buchen säumen den Pfad, der am oberen Rand des Kientals direkt am Hangabbruch verläuft. Hinter einem Waldstück nach rechts orientieren.
Kurz vor Andechs führt der Weg durch den Ochsengraben. Auf der anderen Grabenseite befindet sich am Felssporn über dem Kiental ein mittelalterlicher Burgstall mit Wallanlagen. Die genaue archäologische Untersuchung steht noch aus.
Vom Burgstall sind es nur noch einige Hundert Meter zum Kloster3. Dabei hat man einen exzellenten, völlig unverbauten Blick auf die Anlage.

Durchs Kiental nach Herrsching

Wir laufen von der Klosterkirche ein Stück auf dem Wallfahrtssteig in Richtung der Ortschaft von Andechs und zweigen bei einem Wegkreuz rechts ins Kiental4 ab. Der Weg durchs Kiental ist sehr reizvoll. Er schlängelt sich an den Steilhängen aus Nagelfluh entlang und wechselt mehrmals die Bachseite. In den Nagelfluhwänden fallen kleine Halbhöhlen auf. Sie konnten sich auf Grund unterschiedlich fester Gesteinsschichten durch Auswaschungen bilden.
Unten in Herrsching dann an der Kirche links halten und ein letztes Mal über den Kienbach. Der Bahnhof ist ausgeschildert.

Badetipp: Vom Herrschinger Bahnhof sind es nur wenige Minuten zum Ammersee und der unscheinbaren Mündung des Kienbachs. An dieser Stelle kann man herrlich baden.