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Hochschlegel (1688 m) und Dreisesselberg

Gipfelrundtour im Lattengebirge

(aktualisiert am )

Der Alpgartensteig von Bayerisch Gmain hinauf ins Lattengebirge verläuft durch eine spektakuläre Felskulisse. Oben können neben Hochschlegel und Dreisesselberg noch weitere Gipfel bestiegen werden. Eine schöne Rundwanderung mit viel Abwechslung sowie einer tollen Aussicht über den Talkessel von Bad Reichenhall.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Zum Alpgartensteig
    2. Auf den Hochschlegel
    3. Zum Dreisesselberg
    4. Abstieg via Mitterberg
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarten
Zur Galerie (8 Fotos)
Dieser wunderbare Rastplatz mit Aussicht zum Untersbergmassiv liegt am Mitterberg unterhalb des Dreisesselbergs.

Die wild­romantische Landschaft des Lattengebirges zieht jeden Naturliebhaber sofort in ihren Bann. Charakteristisch für die Gebirgsgruppe sind die stark zerklüfteten Bergflanken, wie sie unter anderem im Alpgarten eindrucksvoll auftreten. Der brüchige Ramsaudolomit bildet darin teils bizarre Felsformationen aus.

Reizvoll am Lattengebirge ist außerdem der relativ ursprüngliche Bergmischwald, den man in diesem Umfang sonst kaum mehr zu sehen bekommt.
Bedingt durch die vielen trockenen Standorte ist vor allem die Kiefer reich vertreten. Das zerklüftete Felsgelände wird von Pionierpflanzen wie der Eberesche besiedelt. In den feuchten, nährstoffreichen Schluchthängen dominiert dagegen die Buche. Es soll sogar die außerhalb von Gärten und Parks selten gewordene Eibe geben. Fichten sind ausnahmsweise einmal in der Unterzahl.

Die Waldverjüngung wird wie fast überall im Gebirge von den Gämsen erschwert. Obwohl zahlreich vorhanden, braucht es Glück, welche zu erspähen. Die scheuen Tiere haben im Alpgarten ja ideale Versteckmöglichkeiten. Eher sieht man da schon einen Specht oder hört ihn wenigstens hämmern. Totholz gibt es ja genug. Vielleicht huscht auch eine Blindschleiche über den Weg.

Historisches: Die denkmalgeschützte Predigtstuhlbahn ist seit 1928 in Betrieb. Damit gilt sie als die älteste noch originale Großkabinenbahn der Welt. Das Tragseil musste bis heute nicht erneuert werden. Ihre kühne Konstruktion mit nur einer einzigen monumentalen Zwischenstütze war für die damalige Zeit eine technische Innovation.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1210 m12 km5:00 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Große Anforderungen stellt die Runde über Hochschlegel und Dreisesselberg nicht. Die wenigen ausgesetzten Stellen sind gesichert. Trotzdem sollten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorhanden sein.

Bitte beachten, dass die Tour sehr sonnig ist. Obwohl der Alpgarten auf der Nordseite liegt, kann es darin bereits am Vormittag ordentlich heiß werden.

Wegbeschreibung

Wegsperrung Alpgartensteig: Der Steig durch den Alpgarten wurde im Herbst 2018 von der DAV-Sektion Bad Reichenhall wegen lockerer Sicherungen gesperrt. Die Sanierungsarbeiten laufen. Wann der Alpgartensteig wieder freigegeben wird, ist noch unklar. Alternativ kann man über den Waxriessteig zum Predigtstuhl aufsteigen.

Zum Alpgartensteig

Vom Bahnhof in Bayerisch Gmain sind es nur wenige Minuten zum großen Parkplatz beim Wanderzentrum1. Dort starten die meisten Wege. Es stehen eine Menge Schilder herum.
Man folgt vom Wanderzentrum kurz der Hauptroute und überquert an der ersten Brücke den Wappach. Drüben sogleich links. Der zunächst recht schmale und etwas ausgesetzte Alpgartensteig führt an der Westseite des Wappachs entlang.
Man könnte auch auf der anderen Bachseite bleiben. Denn weiter oben kommt nach der Abzweigung des Toni-Michl-Steigs nochmals eine Brücke.

Auf den Hochschlegel

Mit der Zeit entfernt sich der Alpgartensteig vom Bach. Linker Hand beansprucht der Alpgartengraben mit seinen stark erodierten Flanken immer mehr Platz. In der Latschenzone wird der Steig alpiner und erklimmt über Stahlstiegen2 eine schmale Felsrippe. Darüber windet er sich zwischen Zwergsträuchern im Zickzack recht anstrengend empor. Es gibt einzelne gesicherte Stellen, obwohl die Drahtseile eigentlich nicht nötig wären. Später quert der Steig nach rechts und mündet knapp oberhalb der Schlegelmulde in einen belebten Wanderweg. Von da ist es nur noch ein Katzensprung zum Hochschlegel3.

Zum Dreisesselberg

Ab dem Hochschlegel wandern wir erst einmal durch die Krummholzzone. Nach Süden hat man einen schönen Blick zum Watzmann. Auf halber Strecke könnte der Karkopf4 mitgenommen werden. Er ist mit 1738 Metern der höchste Punkt im Lattengebirge.
Ein Stück weiter, nach der Abzweigung Richtung Steinerne Agnes, wird der Dreisesselberg5 erreicht.
Die freigeschnittene Latschengasse scheint vom Dreisesselberg auf der Kammlinie noch bis zum Mottkopf fortzulaufen. Kein offizieller Wanderweg, doch sicher sehr interessant. Vielleicht ein anderes Mal!

Abstieg via Mitterberg

Vom Dreisesselberg bis zum Mitterberg zieht sich der Steig einen felsigen Rücken hinab. Aus den Latschen ragen immer wieder kleine Türme hervor.
Hinter dem Mitterberg6 gabelt es sich. Links würde der Toni-Michl-Steig die Verbindung zum Alpgartensteig herstellen. Besonders an warmen Tagen empfiehlt sich aber rechts das Weißbachtal. Bei der darauffolgenden Verzweigung am Eichelbergsattel erneut rechts. Bald hört man das Wasser rauschen. Am Zusammenfluss von Speickbach und Weißbach7 gelangt man schließlich ans erfrischende Nass. Ab da einfach am Bach entlang und später links neben der Bahnlinie zum Ausgangspunkt zurück.