1. Berchtesgadener Alpen
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Hochschlegel (1688 m) und Dreisesselberg

Gipfelrundtour im Lattengebirge

Der Alpgartensteig von Bayerisch Gmain hinauf ins Lattengebirge verläuft durch eine spektakuläre Felskulisse. Oben können neben Hochschlegel und Dreisesselberg noch weitere Gipfel bestiegen werden. Eine schöne Rundwanderung mit viel Abwechslung sowie einer tollen Aussicht über den Talkessel von Bad Reichenhall.

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Dieser wunderbare Rastplatz mit Aussicht zum Untersbergmassiv liegt am Mitterberg unterhalb des Dreisesselbergs.

Die wild­romantische Landschaft des Lattengebirges zieht jeden Naturliebhaber sofort in ihren Bann. Charakteristisch für die Gebirgsgruppe sind die stark zerklüfteten Bergflanken, wie sie unter anderem im Alpgarten eindrucksvoll auftreten. Der brüchige Ramsaudolomit bildet darin teils bizarre Felsformationen aus.

Reizvoll am Lattengebirge ist außerdem der relativ ursprüngliche montane Mischwald, den man in diesem Umfang sonst kaum mehr zu sehen bekommt. Bedingt durch die vielen trockenen Standorte ist vor allem die Kiefer reich vertreten. Das zerklüftete Felsgelände wird von Pionierpflanzen wie der Eberesche und der Felsenbirne besiedelt. In den feuchten, nährstoffreichen Schluchthängen trifft man dagegen mehr auf Rotbuchen und Bergulmen. Es soll sogar die außerhalb von Gärten und Parks selten gewordene Eibe geben. Die durch menschlichen Einfluss in der montanen Stufe oft unnatürlich stark verbreiteten Fichten sind im Lattengebirge nicht ganz so häufig.
Die Waldverjüngung wird wie fast überall im Gebirge von den Gämsen erschwert. Obwohl zahlreich vorhanden, braucht es dennoch Glück, welche zu erspähen. Die scheuen Tiere haben im Alpgarten ja ideale Versteckmöglichkeiten.

Historisches: Die denkmalgeschützte Predigtstuhlbahn ist seit 1928 in Betrieb. Damit gilt sie als die älteste noch originale Großkabinenbahn der Welt. Das Tragseil musste bis heute nicht erneuert werden. Ihre kühne Konstruktion mit nur einer einzigen monumentalen Zwischenstütze war für die damalige Zeit eine technische Innovation.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1210 m 12 km5:00 h

Anspruch■■■■■■T3
Kondition■■■■■■
Orientierung■■■■■■

Große Anforderungen stellt die Runde über Hochschlegel und Dreisesselberg nicht. Die wenigen ausgesetzten Stellen sind gesichert. Auf dem Alpgartensteig gibt es ein paar luftige Stiegen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten also vorhanden sein.
Bitte beachten, dass die Tour sehr sonnig ist. Obwohl der Alpgarten auf der Nordseite liegt, kann es darin bereits am Vormittag ordentlich heiß werden.

Wegbeschreibung

Wanderzentrum Bayerisch Gmain

Vom Bahnhof in Bayerisch Gmain sind es nur wenige Minuten zum großen Parkplatz beim Wanderzentrum1. Dort starten die meisten Wege. Es stehen eine Menge Schilder herum.
Man folgt vom Wanderzentrum kurz der Hauptroute und überquert an der ersten Brücke den Wappach. Drüben sogleich links. Der zunächst recht schmale und etwas ausgesetzte Alpgartensteig führt an der Westseite des Wappachs entlang.
Alternativ könnte man auch auf der anderen Bachseite bleiben. Denn weiter oben kommt nach der Abzweigung des Toni-Michl-Steigs nochmals eine Brücke.

Alpgartensteig wieder freigegeben: Der Steig durch den Alpgarten musste im Herbst 2018 von der DAV-Sektion Bad Reichenhall wegen lockerer Sicherungen gesperrt werden. Nach der aufwändigen Sanierung ist er seit Sommer 2020 wieder freigegeben.

Alpgargensteig auf den Hochschlegel

Mit der Zeit entfernt sich der Alpgartensteig vom Bach. Linker Hand beansprucht der Alpgartengraben mit seinen stark erodierten Flanken immer mehr Platz. In der Latschenzone wird der Steig alpiner und erklimmt über luftige Stahlstiegen2 eine schmale Felsrippe. Darüber windet er sich zwischen Zwergsträuchern im Zickzack recht anstrengend empor. Es gibt einzelne gesicherte Stellen, obwohl die Drahtseile eigentlich nicht nötig wären. Später quert der Steig nach rechts und mündet knapp oberhalb der Schlegelmulde in einen belebten Wanderweg. Von da ist es nur noch ein Katzensprung zum Hochschlegel3.

Zum Dreisesselberg

Ab dem Hochschlegel wandern wir erst einmal durch die Krummholzzone. Nach Süden hat man einen schönen Blick zum Watzmann. Auf halber Strecke könnte der Karkopf4 mitgenommen werden. Er ist mit 1738 Metern der höchste Punkt im Lattengebirge.
Ein Stück weiter, nach der Abzweigung Richtung Steinerne Agnes, wird der Dreisesselberg5 erreicht.
Die freigeschnittene Latschengasse scheint vom Dreisesselberg auf der Kammlinie noch bis zum Mottkopf fortzulaufen. Kein offizieller Wanderweg, doch sicher sehr interessant. Vielleicht ein anderes Mal!

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts trafen auf dem Dreisesselberg das Herzogtum Bayern, das Fürsterzbistum Salzburg und die Fürstpropstei Berchtesgaden zusammen. Nach der Säkularisation verlief dann die bayerisch-österreichische Grenze über den Gipfel. Erst 1851 fiel der österreichische Teil des Lattengebirges im Rahmen einer Grenzbereinigung an Bayern.Mehr Info

Abstieg via Mitterberg

Beim Abstieg vom Dreisesselberg blickt man hinüber zum Hochschlegel und dem Alpgartensteig.

Vom Dreisesselberg bis zum Mitterberg zieht sich der Steig einen felsigen Rücken hinab. Aus den Latschen ragen immer wieder kleine Türme hervor.
Hinter dem Mitterberg6 gabelt es sich. Links würde der Toni-Michl-Steig die Verbindung zum Alpgartensteig herstellen. Besonders an warmen Tagen empfiehlt sich aber rechts das Weißbachtal. Bei der darauffolgenden Verzweigung am Eichelbergsattel erneut rechts. Bald hört man das Wasser rauschen. Am Zusammenfluss von Speickbach und Weißbach7 gelangt man schließlich ans erfrischende Nass. Ab da einfach am Bach entlang und später links neben der Bahnlinie zum Ausgangspunkt zurück.