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Hochschlegel (1688 m) und Dreisesselberg (1680 m)

Gipfelrundtour im Lattengebirge

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Der Alpgartensteig von Bayerisch Gmain ins Lattengebirge führt durch eine spektakuläre Felslandschaft. Oben können neben Hochschlegel und Dreisesselberg noch weitere Gipfel bestiegen werden. Eine schöne Rundwanderung mit viel Abwechslung sowie einer tollen Aussicht über den Talkessel von Bad Reichenhall.

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Das Lattengebirge ist wie geschaffen für Wanderer, deren Hauptmotivation die Freude an der Natur ist. Auffällig sind die stark zerklüfteten Berghänge. Der brüchige Ramsaudolomit bildet dort bizarre Felsformationen aus. Nicht zuletzt deshalb ist die Bergwanderung von Bayerisch Gmain durch den Alpgarten so wildromantisch.

Weite Bereiche des Lattengebirges werden schon lange nicht mehr forst­wirtschaftlich genutzt. Daher wächst dort ein relativ ursprünglicher Bergmischwald.
Bedingt durch die vielen trockenen Standorte ist vor allem die Kiefer reich vertreten. Das zerklüftete Felsgelände wird von Pionierpflanzen wie der Eberesche besiedelt. In den feuchten, nährstoffreichen Schluchthängen dominiert dagegen die Buche. Es soll sogar die außerhalb von Gärten und Parks selten gewordene Eibe geben. Fichten sind ausnahmsweise einmal in der Unterzahl.

Die Waldverjüngung wird wie fast überall im Gebirge von den Gämsen erschwert. Obwohl zahlreich vorhanden, braucht es Glück, welche zu erspähen. Die scheuen Tiere haben im Alpgarten ja ideale Versteckmöglichkeiten. Eher hört oder sieht man da schon einen Specht hämmern. Totholz gibt es ja genug. Vielleicht huscht auch eine Blindschleiche über den Weg.

Das touristische Zentrum des Lattengebirges befindet sich im Umkreis der historischen Predigtstuhlbahn. Diese älteste noch originale Großkabinenbahn der Welt kann am Tag mehrere Hundert Personen befördern. Dementsprechend geht es oben in der Schlegelmulde und am Hochschlegel zu. Ansonsten sind die Wege aber nicht überlaufen.

Große Anforderungen stellt die Runde über Hochschlegel und Dreisesselberg zwar keine, trotzdem sollten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorhanden sein. Im Alpgarten kann die Sonne ordentlich reinbrüten. Also genug Getränke einpacken.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Zum Alpgartensteig

Vom Bahnhof in Bayerisch Gmain sind es nur wenige Minuten zum großen Parkplatz beim Wanderzentrum1. Dort starten die meisten Wege. Es stehen eine Menge Schilder herum.
Man folgt vom Wanderzentrum kurz der Hauptroute und überquert an der ersten Brücke den Wappach. Drüben sogleich links. Der zunächst recht schmale und etwas ausgesetzte Alpgartensteig führt an der Westseite des Wappachs entlang.
Man könnte auch auf der anderen Bachseite bleiben. Denn weiter oben kommt nach der Abzweigung des Toni-Michl-Steigs nochmals eine Brücke.

Auf den Hochschlegel

Mit der Zeit entfernt sich der Alpgartensteig vom Bach. Linker Hand beansprucht der Alpgartengraben mit seinen stark erodierten Flanken immer mehr Platz. In der Latschenzone wird der Steig alpiner und erklimmt über Stahlstiegen2 eine schmale Felsrippe. Darüber windet er sich zwischen Zwergsträuchern im Zickzack recht anstrengend empor. Es gibt einzelne gesicherte Stellen, obwohl die Drahtseile eigentlich nicht nötig wären. Später quert der Steig nach rechts und mündet knapp oberhalb der Schlegelmulde in einen belebten Wanderweg. Von da ist es nur noch ein Katzensprung zum Hochschlegel3.

Zum Dreisesselberg

Ab dem Hochschlegel wandern wir erst einmal durch die Krummholzzone. Nach Süden hat man einen schönen Blick zum Watzmann. Auf halber Strecke könnte der Karkopf4 mitgenommen werden. Er ist mit 1738 m der höchste Punkt im Lattengebirge.
Ein Stück weiter, nach der Abzweigung zur Steinernen Agnes, wird der Dreisesselberg5 erreicht.
Die freigeschnittene Latschengasse scheint vom Dreisesselberg auf der Kammlinie noch bis zum Mottkopf fortzulaufen. Kein offizieller Wanderweg, doch sicher eine interessante Tour. Vielleicht ein anderes Mal!

Abstieg via Mitterberg

Vom Dreisesselberg bis zum Mitterberg zieht sich der Steig einen felsigen Rücken hinab. Aus den Latschen ragen immer wieder kleine Türme hervor. Hinter dem Mitterberg6 gabelt es sich. Links würde der Toni-Michl-Steig die Verbindung zum Alpgartensteig herstellen. Besonders an warmen Tagen empfiehlt sich aber rechts das Weißbachtal. Bei der darauffolgenden Verzweigung am Eichelbergsattel erneut rechts. Bald hört man das Wasser rauschen. Am Zusammenfluss von Speickbach und Weißbach7 gelangt man schließlich ans erfrischende Nass. Ab da einfach am Bach entlang und später links neben der Bahnlinie zum Ausgangspunkt zurück.