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Münchner Höhlengeschichte II

Verein für Höhlenkunde in München

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Die Münchner Höhlengeschichte II ist die bis dato umfangreichste Veröffentlichung des Vereins für Höhlenkunde in München. Auf mehreren Hundert Seiten werden die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschung präsentiert. Auch wer die Berge lieber oberirdisch aufsucht, gewinnt durch die Lektüre faszinierende und erstaunliche Einblicke in die Tiefen der bayerischen, Tiroler und Salzburger Alpen.

Inhalt

  1. Fast jeder Berg hat seine Höhle
  2. Wege im Inntal
Im Zuge der Berichterstattung über die Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle 2014 wurde eine breite Öffentlichkeit auf die gigantischen Höhlensysteme der Alpen aufmerksam. Wobei mehr die dramatischen Umstände und die glückliche Rettung als die Höhle selbst im Fokus standen. Ansonsten beschäftigt sich nur ein kleiner Kreis für die Höhlenforschung. Selbst viele Bergsteiger machen sich kaum Gedanken darüber, wie es in den Bergen innen drin eigentlich aussieht. Dabei hängen das äußere Erscheinungsbild einer Gebirgsgruppe und ihr innerer Aufbau eng zusammen.
Die mühsamen, zeitintensiven und gefährlichen Befahrungen der meisten Höhlen sind wenigen Spezialisten vorbehalten. Doch ihre Berichte können für jeden, der in den Bergen unterwegs ist, von Interesse sein. Geht es darin doch nicht nur um die Höhlen selbst, sondern auch um ihren geologischen Kontext.

Fast jeder Berg hat seine Höhle

Die Umgäng am Hohen Göll ist eines der Forschungsgebiete des Vereins für Höhlenkunde.

Das vom Verein für Höhlenkunde geführte Kataster umfasst viele Hundert Höhlen vom Allgäu bis in die Salzburger Kalkhochalpen. Zwar befinden sich die meisten in den großen Karstgebieten, doch im Prinzip gibt es an jedem Berg irgendeine Höhle. Es lohnt sich also vor einer Wanderung im Gebirge kurz die Münchner Höhlengeschichte II zu konsultieren, ob nicht vielleicht in der Nähe ein Schacht, eine Doline oder eine Karstquelle liegt. Allerdings wird nur ein Teil der im Erscheinungsjahr 2004 bekannten Höhlen erwähnt. Die veröffentlichten Angaben geben außerdem nur selten Aufschluss über die genaue Lage und erfordern evtl. zusätzliche Recherchen. Dahinter steht unter anderem die Absicht, Höhlentourismus zu vermeiden, damit wertvolle Geotope nicht beschädigt werden oder sich Unerfahrene nicht in Gefahr begeben. Manchmal sind aber einfach die Informationen im Kataster unvollständig. Einige Höhlen mussten deshalb schon in aufwändigen Suchaktionen wiederentdeckt werden. Andere bleiben verschollen.

Im Vergleich zu den übrigen Gebirgsgruppen nehmen die Salzburger Kalkhochalpen besonders viel Raum ein. Der Untersberg, das Hagengebirge und die Umgäng am Hohen Göll sind bekanntlich ein Paradies für Höhlenbegeisterte. Einige Höhlensysteme sind derart komplex, dass die Forscher über Jahre mit der Erkundung beschäftigt sind. Exemplarisch dafür ist die Erforschung und Dokumentation der Ochsenmaulhöhle in den Loferer Steinbergen.

Weniger ausführlich werden das Estergebirge und das Gottesackerplateau beschrieben, da es für diese Karstgebiete jeweils eine eigene umfangreiche Monografie gibt:

Wege im Inntal

Der für Laien wohl ergiebigste Abschnitt behandelt das bayerische Unterinntal. Der Heimatkundler Peter Hofmann verfügt über fundiertes historisches und geologisches Wissen zu dieser Gegend. Er nimmt den Leser mit in die natürliche und künstliche Inntaler Unterwelt – zu den Höhlen am Wendelstein, die Eremitenklause an der Biber in Brannenburg oder das Grafenloch bei Oberaudorf. Die von ihm anschaulich beschriebenen Natur- und Kulturdenkmäler sind alle einen Ausflug wert. Die meisten lassen sich wunderbar in kleinere oder größere Wanderungen integrieren. Das macht Lust, noch mehr von Peter Hofmann zu lesen und ist sicher auch so beabsichtigt. Schließlich gibt es von ihm zahlreiche interessante Publikationen.

Zwar hat die Münchner Höhlengeschichte II schon einige Jahre auf dem Buckel, doch sie ist nach wie vor beim Verein vorrätig und kann unter www.vhm-muenchen.de bestellt werden.

Jubiläumsschrift 2004 VHM 444 Seiten