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Klammwanderungen

Bayerns tiefe Schluchten erleben

Wenn sich die Gipfel in den Wolken verstecken und man trotzdem draußen in den Bergen etwas unternehmen möchte, ist eine Klammwanderung keine schlechte Wahl. Von Berchtesgaden bis ins Allgäu gibt es dafür zahlreiche Alternativen. Drei besonders beeindruckende und allesamt für Kinder geeignete Schluchten werden im Folgenden vorgestellt.

Almbachklamm (Berchtesgadener Alpen)

Die Kaskaden des Sulzer Wasserfalls unterhalb von Ettenberg.
Der Untersberg zwischen Berchtesgaden und Salzburg beherbergt neben zahllosen Höhlen auch die spektakuläre Almbachklamm1. Sie liegt an seinem südöstlichen Ausläufer auf halbem Weg von Berchtesgaden nach Marktschellenberg. Der Bus hält nahe der historischen Kugelmühle, wo sich auch ein Restaurant und der Klammeingang befinden. Der Klammsteig verläuft abwechslungsreich über viele Stege und Brücken. Eigentlich ist er ausreichend gesichert. Dennoch kommt es gerade in der Almbachklamm immer wieder zu Unfällen. An einigen Stellen ist es möglich, ans Wasser zu gelangen. Dort haben die Besucher überall auf den Felsen Steinmandl gebaut. Den krönenden Abschluss bildet der 114 m hohe Sulzer Wasserfall, der über mehrere Kaskaden herabstürzt. Wer mag, verlängert die Wanderung von da aus noch zur Wallfahrtskirche Ettenberg mit Einkehr beim Mesnerwirt.
Die Almbachklamm kann von Mai bis Oktober besichtigt werden. Dies gilt ebenfalls für die nicht weit entfernte Wimbachklamm2 bei Ramsau.

Höllentalklamm (Wettersteingebirge)

Eng, aber gut gesichert geht es durch die Höllentalklamm.
Die Höllentalklamm3 ist eine der wildesten Schluchten Bayerns und eine ausgesprochen nasse Angelegenheit. Von Hammersbach bei Grainau ist sie in ca. einer Stunde zu erreichen. Schon der Aufstieg ist spannend. Quert man doch das letzte Stück unter den enormen Felswänden des Vorderen Waxensteins. Am Eingang steht kühn auf einem Vorsprung die kleine Höllentaleingangshütte (DAV). Der Klammsteig führt stets nahe am tosenden Wasser durch Tunnel und über zwei Brücken ins Höllental. Beachtenswert ist eine Karstquelle mitten in der Klamm, aus der ein Wasserfall herabschießt. Bitte am oberen Ausgang nicht im steinschlaggefährdeten Bereich Rast machen, sondern erst in sicherer Entfernung von den Felswänden. Empfehlenswert wäre sowieso noch weiter bis zur Höllentalangerhütte (DAV) zu wandern.
Wer beim Rückweg den Stangensteig in Betracht zieht, sollte bedenken, dass dafür Schwindelfreiheit nötig ist. Besser nicht mit Kindern begehen und im Zweifelsfall lieber wieder durch die Klamm.
Im Winter ist die Höllentalklamm wegen der Lawinenabgänge gesperrt. Der Schnee kann sich zig Meter hoch auftürmen. Alle Brücken werden abgebaut. Je nach Witterung ist sie ab Mai zugänglich. Die Partnachklamm bei Garmisch ist dagegen ganzjährig geöffnet und gerade im Winter besonders lohnend.

Breitachklamm (Allgäuer Alpen)

In der Breitachklamm liegen die Schichten des Schrattenkalks frei.
Die Breitachklamm4 ist von Oberstdorf aus gut mit dem Bus zu erreichen und kann abgesehen von der Schneeschmelze das ganze Jahr über besucht werden. Eine kleine Ausstellung direkt am unteren Eingang erklärt die Entstehung der Klamm. Dann geht es unmittelbar in die enge Schlucht hinein. Teilweise ist diese nur zwei Meter breit. Das wilde Wasser, das unten durch die vielen Strudeltöpfe rauscht, und die alten Strudeltöpfe oben in den bemoosten Felswänden machen deutlich, wie sich die Breitach in Jahrtausenden durch den Fels grub. Natürlich ist es kühl und tropft überall herab. Im Winter führt das zu riesigen, bizarren Eiszapfen an den hoch aufragenden Wänden.
Am Klammende gibt es bald nach der Kasse links eine Abzweigung zur Walserschanze, wo sich praktischerweise der Grenzgasthof Walserschanz und eine Bushaltestelle befinden. Man könnte von hier außerdem oben herum zurückspazieren oder man wandert an der Breitach entlang noch weiter ins Kleinwalsertal hinein.