1. Ausflugstipps

12 schöne Berge zum Wandern in Bayern

Alpengipfel vom Allgäu bis Berchtesgaden

Obwohl sich der Anteil Bayerns an den Alpen auf einen schmalen Streifen beschränkt, gibt es darin doch viele schöne Berge zum Wandern. Im Folgenden werden einige besonders lohnende, eher leicht zu besteigende Gipfel vorgestellt, die jeweils ein wirklich großartiges Panorama bieten. Alle sind über markierte Wanderwege zu erreichen. Außerdem eignen sich sämtliche Touren für eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Stand:

Grünten (Allgäuer Alpen)

Die Starzlachklamm am Grünten.
Als Wächter des Allgäus wird der Grünten gerne bezeichnet, weil er ganz vorne in der ersten Reihe steht und man ihn dadurch vom Allgäuer Alpenvorland aus überall im Blick hat, zweifelsfrei erkennbar an dem Sendeturm des Bayerischen Rundfunks. Trotz seiner eher bescheidenen 1738 Meter gewährt das Übelhorn, wie der höchste Punkt am Grünten heißt, eine wunderbare Aussicht.
Die Wanderung am Grünten lässt sich gut mit einem Besuch auf der Ruine Burgberg und in der eindrucksvollen Starzlachklamm verbinden. Nette Almen liegen ebenfalls auf dem Weg. Also insgesamt eine sehr abwechslungsreiche Tour.
Derzeit gibt es im Sommer übrigens keinen Seilbahn­betrieb am Grünten, Pläne dafür liegen allerdings schon vor. Ein Grund, möglichst vorher noch hinaufzusteigen.

Säuling (Ammergebirge)

Der Schwansee mit dem Säuling.
Der Säuling ist mit 2047 Metern der höchsten Gipfel in dieser Liste und in vielerlei Hinsicht einzigartig.Als erster Berg der Bayerischen Alpen taucht er bereits um 900 in den schriftlichen Quellen auf.Wegen der Erzlager­stätten zu seinen Füßen besaß er für die Gegend damals eine gewissen wirtschaftliche Bedeutung. Er gehört auch zu den am meisten fotografierten der Welt, weil er zusammen mit dem Tegelberg die Hintergrund­kulisse für die Schwangauer Königs­schlösser bildet. Im Jahr 1857 stieg der spätere König Ludwig II. als knapp Zwölfjähriger mit seiner Mutter Marie von Preußen und seinem jüngeren Bruder Otto auf den Säuling. Von ihrem Schloss in Hohenschwangau aus benötigten sie viereinhalb Stunden. Das war also eher eine Genusswanderung. Zügige Geher schaffen es in drei Stunden.
Am lohnendsten, sofern man Bahn und Bus nutzt, ist die Säuling-Überschreitung von Pflach in Tirol nach Hohenschwangau. Ansonsten muss man halt denselben Weg wieder zurück.

Hinteres Hörnle (Ammergebirge)

Staffelsee und Murnauer Moos.
Die drei Hörnle zwischen Bad Kohlgrub und Unterammergau sind ausgesprochen gemütliche Wanderberge. Gipfelsammler machen sie alle auf einen Streich, wobei das Hintere Hörnle am beliebtesten ist. Im Gegensatz zum Säuling kann man es das ganze Jahr über problemlos besteigen. Zusätzlich gibt es noch einen Sessellift. Hölzerne Liegen laden zum Verweilen ein. Die Kühe grasen direkt neben dem Weg.
Die meisten nehmen den Weg von Bad Kohlgrub über die vom DAV bewirtschaftete Hörnlehütte. Es existieren jedoch noch weitere schöne Steige, wie derjenige von Unterammergau über das so genannte Schatzloch, einem Bergwerksstollen, oder die unbekannte Route über den Elmauberg. Für Abwechslung ist somit gesorgt. Vom Hinteren Hörnle sind das Alpenvorland mit dem Staffelsee, dem Murnauer Moos sowie fast alle bedeutenden Gipfel der Ammergauer Alpen zu sehen.

Notkarspitze (Ammergebirge)

Ammergauer Wildnis an der Notkarspitze.
Am Eingang zum stillen Graswangtal und nahe dem weltberühmten Barockkloster Ettal erhebt sich mit der Notkarspitze ein weiterer beliebter Ammergauer Berg. Von allen Seiten führen unterhaltsame Wanderwege auf den Gipfel, einer schöner wie der anderer, ganz ohne die sonst so lästigen Forststraßen. Genau die richtigen Zutaten also, um eine große Rundtour zu unternehmen. So kann man beispielsweise durch das kühle, schattige Notkar aufsteigen und danach dem sonnigen Grat zum Ziegelspitz folgen. Wer mit den Öffentlichen anreist, hat darüber hinaus noch ganz andere Möglichkeiten und könnte sogar bis zum Brünstlkopf wandern, der mit der Notkarspitze über das Hasenjöchl verbunden ist.

Wank (Estergebirge)

Hängebrücke über die Faukenschlucht am Wank.
Obwohl der Wank bei Garmisch-Partenkirchen kein wirklich hoher Berg ist, hat man von seinem Gipfel das vielleicht beste Panorama im Werdenfelser Land. Wie auf dem Präsentierteller liegen das Wettersteingebirge, das Karwendel und das Ammergebirge da. Weil die Seilbahn direkt am Gipfel endet, sind zwar häufig viele Menschen oben, doch auf dem weitläufigen Roßwank mit seinen Rastbänken und Aussichtspunkten verteilen sie sich wieder.
Ausdauernde können die große Runde über den Eckenberg, den Roßwank und den Gschwandtner­bauer machen. Dabei überquert man auch die spannende Hacker-Pschorr-Hängebrücke an der Faukenschlucht. Mit der Wankbahn lässt sich die Wanderung je nach Bedarf verkürzen. Mehrere Hütten und Gasthäuser versorgen die hungrigen Wanderer.

Benediktenwand (Kocheler Berge)

Blick von der Benediktenwand Richtung Osten zum Brauneck.
Unter den hier aufgeführten Bergen ist die Benediktenwand im Isarwinkel einer der schwierigeren, jedenfalls wenn man die aussichtsreiche Kamm­überschreitung vom Brauneck über die Achselköpfe wählt. Seinen Namen verdankt der wuchtige Felskamm der ehemaligen Benediktiner­abtei in Benediktbeuern, heute ein Kloster der Salesianer Don Boscos.
Die Benediktenwand steht im Vergleich zu den meisten anderen Kocheler Bergen etwas abgelegen, so dass die Wege recht weit sind, egal ob man in der Jachenau, bei Lenggries oder von Benediktbeuern aus startet. Viele beziehen deshalb die Brauneckbahn mit ein. Ansonsten bietet sich auch eine Übernachtung auf der Tutzinger Hütte (DAV) zu Füßen der Benediktenwand an.

Schildenstein (Tegernseer Berge)

Unterwegs über die Geißalm auf den Schildenstein.
In den Tegernseer Bergen fällt die Auswahl am schwersten, weil es derart viele herrliche Aussichtsgipfel gibt. Insofern ist der Schildenstein eher ein Beispiel unter mehreren. Jeder hat da so seinen eigenen Lieblingsberg.
Mit der Großen Wolfsschlucht verfügt der Schildenstein über ein spektakuläres Alleinstellungs­merkmal. Durch die tief eingeschnittene, zerklüftete Schlucht fließt ein Wildbach mit reizvollen Wasserfällen und Gumpen. Der ausgesetzte Steig in der Wolfsschlucht erfordert trotz einiger Sicherungen entsprechende Bergerfahrung.
Man steigt wahlweise entweder über die Geißalm auf den Schildenstein und durch die Wolfsschlucht wieder hinab nach Siebenhütten oder umgekehrt. Extrem Ausdauernde könnten auch weiter über den Blaubergkamm zum Halserspitz wandern, doch eigentlich sind das zwei separate Tagestouren.

Schinder (Tegernseer Berge)

Abstieg in das wilde Schinderkar.
Gar nicht weit vom Schildenstein entfernt steht in der Valepp auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol der Schinder. Er zählt noch zu den Tegernseer Bergen. Sein Name klingt ja eher abschreckend, doch die Tour ist tatsächlich richtig schön, wobei das natürlich im Auge des Betrachters liegt. Während die eher sanften Südhänge von Almen geprägt sind, dominieren auf der rauen, brüchigen Nordseite Fels und Geröll. Das ist die wilde Welt des Schinderkars, die dem Berg seinen Namen gab. Auf der Rundtour über die Trausnitzalm und das Schindertor erlebt man beide Charakterzüge des Schinders. Weniger Erfahrene verzichten allerdings besser auf den gesicherten Abstieg ins Schinderkar und begnügen sich mit dem Blick von oben.

Hochmiesing (Schlierseer Berge)

Hochmiesing, Dürrmiesing und die felsigen Ruchenköpfe.
Es muss nicht immer die Rotwand sein, wenn man zum Wandern an den Spitzingsee fährt. Schließlich misst der Hochmiesing mit seinen 1883 Metern nur einen Meter weniger als die Rotwand. Dabei bietet er einen vergleichbaren Rundumblick in die Schlierseer Berge sowie ins Wendelstein­gebiet. Deutlich weniger überlaufen ist er obendrein.
Statt der langatmigen Forst­straßen­strecke von Geitau läuft man übrigens lieber auf den netten Steigen vom Spitzingsattel über den Taubenstein und das Kleintiefental zum Hochmiesing hinauf. Nebenbei ist das kürzer und erspart mehrere Hundert Höhenmeter.
Wen dann anschließend trotzdem noch die Rotwand reizt, sie liegt ohnehin auf dem Rückweg über das Rotwandhaus.

Laubenstein (Chiemgauer Alpen)

Der Laubenstein ist einer der besten Chiemgauer Panoramaberge.
Der Laubenstein befindet sich im Westen des Prientals, nahe bei Aschau im Chiemgau. An einer Seite verfügt er über steil abfallende Felswände, wodurch er von der Form her an eine Laube erinnert. Im Übrigen ist er aber ein griabiger, sehr leicht zu besteigender Grasbuckel mit einer weitläufigen Hochfläche, auf der man immer ein ruhiges Plätzchen zum Rasten findet. Der Gipfelblick reicht bis hinaus zum Chiemsee. Neben dem oben erwähnten Hörnle bei Unterammergau bildet er den einfachsten der hier vorgestellten Berge.
Üblicherweise erfolgt der Aufstieg von Aschau oder Hohenaschau über die Hofalm. Geologisch Interessierte suchen in dem roten Crinoidenkalk am Gipfel gerne nach Fossilien, wie den muschel­ähnlichen Armfüßern. Sie sind aber kaum größer als Fingerkuppen.
Im Anschluss an den Laubenstein kann man noch den nahen Heuraffelkopf besteigen, ein kleines Stück in die Schlüssel­lochhöhle hineinschlüpfen oder einfach gemütlich auf der Hofalm einkehren.

Kampenwand (Chiemgauer Alpen)

Die Nordseite der Kampenwand von Aschau aus fotografiert.
Die Kampenwand steht gleich gegenüber vom Laubenstein. Sie gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Bergen der Chiemgauer Alpen. Der lange felsige Kamm mit seinen Türmen und Zacken ist auch einfach fantastisch. Das manchmal beleuchtete Gipfelkreuz kann man bis vom Chiemsee aus sehen. Auf einer Tafel am Gipfelvorplatz wird die Geschichte dieses höchsten Gipfelkreuzes der Bayerischen Alpen ausführlich beschrieben.
Es existieren mehrere vom Charakter recht unterschiedliche Wege auf die Kampenwand. Bis zur Kampenhöhe fährt außerdem eine Seilbahn. Von der Bahn benötigt man ungefähr eine Stunde auf den Gipfel, vom Tal aus sind es bis zu drei. Der finale Gipfelaufstieg von der Steinlingalm erfordert eine solide Trittsicherheit und etwas Geduld, weil wie gesagt oft recht viele unterwegs sind. Wer es sich einrichten kann, wählt am besten einen Werktag.

Hochschlegel (Berchtesgadener Alpen)

Der zerklüftete Alpgarten mit Hochschlegel und Predigtstuhl.
Viele Gipfel der Berchtesgadener Alpen sind nur im Rahmen einer anspruchsvollen Bergtour zu erreichen. Doch es gibt auch einfachere Ziele, wie beispielsweise den Hochschlegel im Lattengebirge. Dieser Gebirgsstock ist jedem bekannt, der schon einmal am Königssee war. Denn seine Silhouette ähnelt einer liegenden Frau, die im Volksmund als Schlafende Hexe bezeichnet wird.
Der interessanteste Aufstieg zum Hochschlegel verläuft von Bayerisch Gmain durch den wildromantischen Alpgarten, zum Teil etwas ausgesetzt und felsig, aber nicht wirklich schwer. Ebenfalls lohnend sind der Waxriessteig und der Weg über die Steinerne Agnes, einem sehenswerten Naturdenkmal. Oder man gondelt ganz entspannt mit der nostalgischen Predigtstuhlbahn von Bad Reichenhall hinauf. Einmal oben angekommen, lassen sich noch weitere Gipfel en passant mitnehmen, etwa der Karkopf oder der Dreisesselberg.

Exkurs

Natürlich ließe sich die Liste noch problemlos fortsetzen, etwa mit dem Heimgarten oder dem Wendelstein. Die Auswahl ist wirklich riesig. Wichtig war mir, möglichst unterschiedliche Berge aufzuführen und auch für ein paar Überraschungen zu sorgen. Außerdem sollte keine Gebirgsregion über­repräsentiert sein. Aufmerksamen Lesern wird dennoch ein gewisser Schwerpunkt im Ammergebirge, den Bayerischen Voralpen und den Chiemgauer Alpen auffallen. Und tatsächlich liegt dort mein bevorzugtes Tourengebiet.