Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Artikel 
  2. Outdoor-Ausrüstung 

Alpine Notfallausrüstung

Lebenswichtiges Equipment für jede Jahreszeit

(0)

Es hat sicher seinen Reiz, mit leichtem Gepäck eine schnelle Tour zu unternehmen. Doch was ist, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, das Wetter umschlägt, man sich verletzt oder jemand anderer Hilfe benötigt? Nicht immer ist die Bergwacht gleich zur Stelle. Deshalb sollte die wichtigste Notfallausrüstung stets im Rucksack stecken.

Inhalt

Verbandsmaterial, Signalpfeife, Orientierungshilfe, Notlicht und Kälteschutz sollten immer mit dabei sein.
Natürlich hofft jeder, einen unbeschwerten Tourentag zu verbringen und niemand will sich mit unnötigem Gepäck abschleppen. Doch wer in den Bergen unterwegs ist, sollte immer damit rechnen, in Schwierigkeiten oder sogar in Bergnot zu geraten. Ein Wetterumschwung oder hereinbrechende Dunkelheit bescherte bereits manchem Wanderer eine unfreiwillige Nacht im Freien. Je nach Situation genügen schon kleinere Verletzungen, wie ein verstauchter Fuß, damit es brenzlig wird. Plötzlich ist man auf fremde Hilfe angewiesen. Doch wie soll diese verständigt werden und wann wird sie kommen? Das richtige Equipment kann die Wartezeit erleichtern, verkürzen und unter Umständen entscheidend fürs Überleben sein.

Signalpfeife im Funkloch

Kaum noch jemand ist heutzutage ohne Handy in den Bergen unterwegs und das ist gut so. Dank Handy wird die Bergwacht inzwischen schneller informiert und verunglückte oder verstiegene Wanderer werden leichter lokalisiert. Nur wird es vermutlich immer Winkel ohne Funkkontakt geben. Überdies kann der Akku schlappmachen oder auf Grund niedriger Temperatur nicht mehr genügend Leistung abgeben. Eine laute Signalpfeife ist dann die beste Möglichkeit, um mit dem alpinen Notsignal auf sich aufmerksam zu machen. Sie muss wie das Handy griffbereit und leicht zugänglich verstaut sein. Das alpine Notsignal besteht jeweils aus sechs akustischen Signalen pro Minute und einer Minute Pause. Die Antwort erfolgt mit drei Signalen.

Taschenlampe oder Knicklicht

Eine Taschen- oder Stirnlampe ist nicht nur für den Fall eines Notbiwaks nützlich. Vielleicht gibt es unterwegs eine Höhle zu besichtigen oder man verspätet sich und muss in der Dämmerung absteigen. Man kann damit auch das bereits erwähnte alpine Notsignal senden. Nicht zuletzt auf Hütten sind sie nachts recht praktisch. Eine sinnvolle Alternative sind Leuchtsticks, die geknickt werden und dann garantiert viele Stunden lang leuchten. Diese sind leichter und zuverlässiger, dafür aber nicht so hell wie Taschenlampen.

GPS-Gerät bei Schnee und schlechter Sicht

Im Nebel fällt die Orientierung schwer.
Es ist erstaunlich, wie leicht man sich im Nebel, in dichtem Wald oder bei verschneiten Wegen verlaufen kann. Wenn es wegen schlechter Sicht oder unübersichtlichem Gelände keine Fixpunkte gibt, stößt die menschliche Orientierungsfähigkeit schnell an ihre Grenzen. Wie Experimente zeigen, tendieren Menschen nach einer bestimmten Seite und neigen dazu, im Kreis oder in Spiralen zu laufen. Die Positionsangaben, die Verirrte der Bergwacht machen, weichen oft weit von ihrem tatsächlichen Standort ab. Wer sich auf eine unmarkierte Tour begibt oder bei unsicherer Wetterlage aufbricht, tut also gut daran, sein GPS-Gerät mitzunehmen. Moderne Smartphones können mittlerweile ebenfalls GPS- und teilweise sogar GLONASS-Signale empfangen. Allerdings zehrt das stark am Akku.

Biwaksack gegen Kälte und Nässe

Selbst wer kein Biwak plant, hat den Biwaksack bei Hochgebirgstouren und in der kalten Jahreszeit besser mit dabei. Wenn man sich verletzt und sitzend oder liegend auf Hilfe warten muss, kühlt der Körper innerhalb kürzester Zeit aus. Sogar in lauen Sommernächten wird es oben im Gebirge empfindlich frisch. Zieht ein Gewitter auf, fällt die Temperatur schnell in den Keller. In der warmen Jahreszeit mag das bloß unangenehm sein, spätestens im Winter besteht jedoch Lebensgefahr durch Unterkühlung und Erfrieren. Ein Biwaksack hält trocken und hilft etwas gegen die Kälte. Beim Kauf möglichst eine Signalfarbe wählen. Das erleichtert der Bergwacht die Suche, verkürzt die Wartezeit und erhöht die Überlebenschancen.