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Notfallausrüstung

Was beim Wandern in den Alpen nicht fehlen darf

Es hat sicher seinen Reiz, mit leichtem Gepäck eine schnelle Tour zu unternehmen. Doch was ist, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, das Wetter umschlägt, man sich verletzt oder jemand Hilfe benötigt? Nicht immer ist die Bergwacht gleich zur Stelle. Deshalb sollte die Notfallausrüstung stets im Rucksack stecken.

Hoffentlich unnötig und trotzdem unverzichtbar

Verbandsmaterial, Signalpfeife, Orientierungshilfe, Notlicht und Kälteschutz sollten immer mit dabei sein.
Natürlich hofft jeder, einen unbeschwerten Tourentag zu verbringen, und niemand will sich mit unnötigem Gepäck abschleppen. Minimalistisches Wandern liegt schließlich im Trend. Doch wer in den Bergen unterwegs ist, sollte immer damit rechnen, in Schwierigkeiten oder sogar in Bergnot zu geraten.Ein Wetterumschwung oder die hereinbrechende Dunkelheit bescherte schon so manchem Wanderer eine unfreiwillige Nacht im Freien.Je nach Situation genügen bereits kleinere Verletzungen, wie ein verstauchter Fuß, damit es brenzlig wird. Plötzlich ist man auf fremde Hilfe angewiesen. Doch wie soll diese verständigt werden und wann wird sie kommen? Das richtige Equipment kann die Wartezeit erleichtern, verkürzen und unter Umständen sogar entscheidend für das Überleben sein.

Signalpfeife im Funkloch

Kaum noch jemand ist heutzutage ohne Mobiltelefon in den Bergen unterwegs. Dadurch kann die Bergwacht bei Unglücksfällen schnell informiert werden und verunglückte oder verstiegene Wanderer werden leichter lokalisiert. Die Bergung von Unverletzten nahm durch den Mobilfunk zu, wobei die Leute wohl auch leichtsinniger wurden. Früher war es für verirrte, verstiegene oder blockierte Bergsteiger oft unmöglich, Hilfe zu holen. Sie mussten irgendwie weiter, was dann nicht selten mit Bergunfällen durch Absturz endete.Auf den Mobilfunk alleine sollte man sich im Gebirge allerdings nicht verlassen.Es wird immer Winkel ohne Funkkontakt geben. Überdies kann der Akku schlappmachen oder auf Grund niedriger Temperatur nicht mehr genügend Leistung abgeben. Es sind auch schon Leute einige Meter in eine Schachthöhle gefallen. Da ist man sofort offline und kann nur noch mit Geräuschen Hilfe herbeirufen.Eine spezielle Signalpfeife ist die beste Möglichkeit, um mit dem alpinen Notsignal auf sich aufmerksam zu machen.Das alpine Notsignal besteht jeweils aus sechs akustischen Signalen pro Minute und einer Minute Pause. Die Antwort erfolgt mit drei Signalen. Eine Signalpfeife ist lauter und weiter zu hören, als man rufen kann. Außerdem sind Verletzte oft zu schwach, um überhaupt noch laut rufen zu können. Wie das Mobiltelefon muss auch die Pfeife griffbereit und leicht zugänglich verstaut sein. Moderne Rucksäcke haben oft eine Signalpfeife im Brustgurt integriert.

Taschenlampe oder Knicklicht

Eine Taschen- oder Stirnlampe ist nicht nur für den Fall eines Notbiwaks nützlich. Vielleicht gibt es unterwegs eine Höhle zu besichtigen oder man verspätet sich und muss in der Dämmerung absteigen. Eine Lampe eignet sich auch dazu, das bereits erwähnte alpine Notsignal zu senden. Nicht zuletzt auf Hütten sind sie nachts recht praktisch.
Als Notfallausrüstung sind batterielose Taschenlampen eine gute Wahl. Sie werden durch Schütteln, Drehen oder Kurbeln aufgeladen und leuchten danach einige Minuten lang.
Alternativ kann man auch Leuchtsticks verwenden, die geknickt werden und dann garantiert viele Stunden lang leuchten. Diese sind leichter und zuverlässiger, dafür aber nicht so hell wie Taschenlampen. Leider sind Leuchtsticks sehr unökologisch und nicht zu recyceln.

GPS-Gerät bei Schnee und schlechter Sicht

Im Nebel fällt die Orientierung schwer.
Es ist erstaunlich, wie leicht man sich im Nebel, in dichtem Wald oder bei verschneiten Wegen verlaufen kann. Wenn es wegen schlechter Sicht oder unübersichtlichem Gelände keine Fixpunkte gibt, stößt die menschliche Orientierungs­fähigkeit schnell an ihre Grenzen. Wie Experimente zeigen, tendieren Menschen nach einer bestimmten Seite und neigen dazu, im Kreis oder in Spiralen zu laufen. Die Positions­angaben, welche Verirrte der Bergwacht machen, weichen oft weit von ihrem tatsächlichen Standort ab.
Wer sich auf eine unmarkierte Tour begibt oder bei unsicherer Wetterlage aufbricht, tut also gut daran, sein GPS-Gerät mitzunehmen. Moderne Smartphones können mittlerweile ebenfalls Satelliten­signale empfangen. Mit den entsprechenden Apps ausgestattet sind sie klassischen GPS-Geräten sogar überlegen. Allerdings zehrt der Satellitenempfang stark am Akku. Für lange Touren sollte deshalb unbedingt ein Powerpack mit.

Biwaksack gegen Kälte und Nässe

Selbst wer kein Biwak plant, hat den Biwaksack bei Hochgebirgs­touren und in der kalten Jahreszeit besser mit dabei. Für normale Wanderungen im Sommer reicht auch die Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Set.Wenn man sich verletzt und gezwungen ist, sitzend oder liegend auf Hilfe zu warten, kühlt der Körper innerhalb kürzester Zeit aus.Sogar in lauen Sommernächten wird es oben im Gebirge empfindlich frisch. Zieht ein Gewitter auf, fällt die Temperatur schnell in den Keller. In der warmen Jahreszeit mag das bloß unangenehm sein, spätestens im Winter besteht jedoch Lebensgefahr durch Unterkühlung und Erfrieren. Ein Biwaksack hält trocken und hilft etwas gegen die Kälte. Beim Kauf möglichst eine Signalfarbe wählen, damit man besser gesehen wird.