Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps

Ökonomie im alpinen Raum

Landwirtschaft, Handel und Gewerbe

Almanger  •
Ein Almanger oder Almgarten ist ein eingezäunter Bereich meist nahe am Kaser, welcher nicht beweidet, sondern zur Futtergewinnung für Notzeiten gemäht wird. Zur Verbesserung der Futterqualität werden Almanger teilweise auch gedüngt.
Heuberg  •
Viele Bereiche im Gebirge sind für das Weidevieh unzugänglich. Wegen des ständigen Futtermangels benötigten die Bergbauern früher auch das Gras von dort. Unter großer Gefahr wurde deshalb in steilen Hängen und in Gräben so genanntes Wildheu oder Lahnerheu gewonnen. Namen wie Mähder, Heugraben oder Heuberg erinnern noch an die Stellen.
Hochleger  •
In einem gestaffelten Almsystem ist der Hochleger bzw. die Hochalm die oberste Stufe, auf der das Vieh den Hochsommer verbringt. Davor und danach werden niedriger gelegene Almen genutzt.
Kien  •
Das harzreiche Holz der Kiefer (Kienbaum) wird Kien genannt. Die daraus hergestellten Kienspäne waren früher eine wichtige Lichtquelle. Aus dem Harz wurde außerdem Pech gewonnen.
Kohlenmeiler  •
Bis ins 19. Jahrhundert waren Kohlenmeiler weit verbreitet. Das gegenüber Brennholz deutlich verringerte Gewicht der Holzkohle war beim Transport mit Pferdefuhrwerken von großem Vorteil. Namen wie Kohlstatt, Kohlberg oder Kohlwies erinnern an die Plätze, wo die Meiler standen.
Kot / Koth  •
Viele Almen stehen auf Mergelschichten aus der Raibl- oder Kössen-Formation. Das weiche Mergelgestein verwittert leicht und bildet fruchtbare Böden, die bei Nässe schnell morastig werden. Besonders auf dem zertretenen Viehleger ist dies häufig der Fall. Der Viehleger wird darum auch als Kot bezeichnet. Exkremente sind nicht gemeint.
Lägerflur  •
Als Lägerflur wird eine Gesellschaft aus hohen, krautigen Pflanzen bezeichnet, welche auf den überdüngten, stickstoffreichen Böden um Almhütten und auf Viehlegern gedeiht. Typische Pflanzen auf einer Lägerflur sind Alpen-Ampfer, Alpen-Greiskraut oder Blauer Eisenhut.
Lahnergras  •
In steilen Hängen und Lawinenbahnen (Lahner) erschweren regelmäßige Schneebewegungen eine Waldverjüngung oder drängen das Gehölz ganz zurück. Das dort wachsende, lange Gras wird Lahnergras genannt. Die Futternot zwang, dieses Gras zu mähen. Namen wie Heu- oder Wiesgraben erinnern an diese Mühsal.
Maisalm  •
Frische Holzschläge wurden Maißen genannt. Mit gewissen Einschränkungen durften die Maißen bis zum Nachwachsen des Waldes vorübergehend beweidet werden. Mähen oder das Entfernen junger Baumtriebe war verboten. Manchmal entwickelten sich daraus dennoch Berechtigungsalmen.
Pinge  •
Eine Pinge ist eine Vertiefung im Boden, die auf den Einsturz eines Untertagebaus zurückzuführen ist. Sie kann wie eine Doline trichterförmig sein oder grabenförmig dem Verlauf eines Stollens folgen.
Point  •
Eine Point bezeichnet ein Privatgrundstück, das durch Einfriedung dem allgemeinen Viehtrieb entzogen werden darf. Die Point stellt damit das Gegenteil zur gemeinschaftlich genutzten Allmende dar. Das Wort kommt in zahlreichen Varianten wie Peunt oder Paint vor und ist in Orts-, Flur- und Hofnamen reich vertreten.
Rottwesen  •
Bis ins 18. Jahrhundert praktizierter, etappenweiser Warentransport von einer Rottstation zur nächsten. Die Fuhrleute der jeweiligen Rottstation hatten das alleinige Recht inne, die Güter zur nächsten Station zu befördern. Neben der Landrott per Pferd existierte auch eine Wasserrott per Floß.
Schleifmühle  •
Wetzsteine wurden in speziellen Mühlen zurechtgeschliffen. Die Produktion von Wetzsteinen war für Orte wie Unterammergau oder Ohlstadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Sonntagsweide  •
Am Sonntag bevorzugte man Weideflächen, die wenig Arbeit machten. Die Sonntagsweiden waren in der Regel leicht zu erreichen und relativ sicher. So konnte das Vieh dort einige Zeit ohne Aufsicht grasen. Bergnamen mit dem Bestimmungswort Sonntag könnten ebenfalls damit zusammenhängen.
Staffel  •
Mit Staffel könnte im Gebirge zunächst einmal eine Stufe oder ein Absatz im Gelände gemeint sein. Das Wort ließe sich aber auch von lat. STABULUM für Stall, Gehege, Weideplatz ableiten. In der Schweiz wird der Nachtlagerplatz des Viehs zum Teil Staffel genannt.
Stangensteig  •
Der Stangensteig ins Höllental diente ab 1845 als Transportweg für den Bleibergbau. Beim späteren Molybdän­abbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzten ihn die Knappen noch als Arbeitsweg. An lawinen­gefährdeten Stellen gibt es Stollen. Der Name des Steigs über die Stang könnte von dem langgezogenen Absatz in der Ostwand des Waxensteins herrühren.
Streuwiese  •
Eine Streuwiese besitzt einen geringen Nährwert. Sie dient nicht der Futtergewinnung, sondern wird lediglich für die Einstreu im Viehstall gemäht. In der Landwirtschaft besitzen Streuwiesen heute keine Bedeutung mehr, werden aber zum Teil aus Naturschutzgründen weiterhin gepflegt.
Triftklause  •
Eine Triftklause ist ein Bauwerk für die Holztrift. An der Klause wird das Wasser aufgestaut und dann in einem Schwung abgelassen. Mit dem Wasserschwall werden die an der Klause angesammelten Baumstämme abtransportiert.
Viehgangeln  •
Kühe bewegen sich beim Weiden parallel zum Hang, um einen festen Halt zu haben. Angeblich wird ihnen auch schlecht, wenn sich ihre Mägen in einer Schräglage befinden. Bei intensiver Beweidung bilden sich treppenartige Abstufungen aus. Diese so genannten Viehgangeln sind umso stärker ausgeprägt, je steiler der Hang ist. Wegen der zerstörten Grasnarbe fördern Viehgangeln die Erosion.
Winterstube  •
Winterstuben dienten den Holzknechten in abgelegenen Gebieten als einfache Unterkunft. Sie wurden in der Regel an den so genannten Ziehwegen errichtet, auf denen im Winter das Holz mit Schlitten zu Tal transportiert wurde.
Ziehweg  •
Die etwa 1,5 m breiten Ziehwege dienten dem Holztransport im Winter. Auf ihnen wurden kürzere Stämme und Brennholz mit Hornschlitten befördert. Je nach Gefälle wurde der Schlitten gefahren oder gezogen. Diese Arbeit war äußerst hart und gefährlich.