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Alpine Flurnamen

Was Berge, Bäche und Almen erzählen

Ach / Ache / Achen  •
Ach, Ache bzw. Achen bezeichnet ein Fließgewässer. Das Wort kommt nur noch in Flurnamen vor und ist vor allem im bayerisch-österreichischen Alpenraum verbreitet. Später wurde es durch Bach abgelöst. Ach stammt vom ahd. Wort AHA ab und ist wohl auch mit lat. AQUA verwandt.
Aggenstein  •
Im Ostfriesischen hat das Wort AGGE laut Doornkaat Koolman die Grundbedeutung spitz, was gut passen würde. Die Alemannen dürften das Wort einst mitgebracht haben.
Benediktenwand  •
Bereits um 1300 wird die Benediktenwand in einer Grenzbeschreibung des Klosters Benediktbeuern als MONTEM SANCTI BENEDICTI bezeichnet. Die Grenze zum Landgericht Tölz verlief über den Rotöhrsattel. Keinen Beleg gibt es für die Behauptung, die Benediktenwand hätte früher Kirchstein geheißen.
Bichel / Bühel  •
Im Gegensatz zum neuzeitlichen Wort Hügel ist das ältere Bichel von mhd. BÜHEL reich in Flurnamen vertreten. Es gibt zahlreiche Varianten wie Bichl, Pichl oder Bühl.
Bodenschneid  •
Früher wurde die Bodenschneid auch Bodenspitz genannt. Das charakterisierende Wort Boden hat nichts mit dem Gipfel zu tun, sondern stammt von der Bodenalm im Westen. Die Alm steht auf einem relativ flachen Gelände, welches üblicherweise als Boden bezeichnet wird.
Brand / Brenten  •
Hinweis auf ein Brandereignis oder eine Brandrodung. Wenn ein Abtransport möglich war, wurde der wertvolle Rohstoff Holz allerdings genutzt. Abgebrannt wurden dagegen Latschen und andere auf den Weideflächen stets nachwachsende Zwergsträucher.
Buchstein  •
Am unteren Ende des Söllbachtals liegt der Weiler Buch. Er gehört zu Bad Wiessee. Die Bauern von Buch trieben ihre Kühe auf die Bucheralm. Der Name kam mit und wanderte bis zum Berggipfel hinauf.
dürr / dürrn / dürren  •
Die Eigenschaft dürr charakterisiert wasserarme, trockene Berge oder nur zeitweise wasserführende Bäche. Eine unzuverlässige Wasserversorgung ist für die Almwirtschaft ein Problem. Manche Bereiche entziehen sich so der Nutzung.
Frillensee  •
Die Frille, besser bekannt unter dem Namen Elritze, ist ein nur wenige Zentimeter langer Fisch. Sein Vorkommen weist auf eine hohe Wasserqualität hin.
Geigelstein  •
Der ältere Name WECHSEL wurde im Lauf der Zeit verdrängt. Verschiedene Schreibweisen wie Geyerstein, Gaiglstein und Geigerstein machen die Sache schwierig. Aktuell wird vermutet, dass ein Geier oder Adler gemeint sein könnte. Denkbar wäre auch ein Personenname.
Gern / Gehren  •
Gern oder Gehren kommt vom germanischen Wurfspieß Ger, welcher im Mittelalter noch als Jagdwaffe gebraucht wurde. Im übertragenen Sinne wird Gern häufig für keilförmige Flurstücke verwendet. Bei Bergen bezieht sich der Name meist auf einen spitz zulaufenden Hang oder die Form des Gipfels.
Gufel  •
Das fast vergessene und nur im Alpenraum verbreitete Dialektwort Gufel wird auf rom. CUBULUM zurückgeführt. Gemeint ist ein Felsvorsprung, eine überhängende Wand oder eine kleine Höhle. Ursprünglich ging es wohl vor allem um Orte, die als Unterstand oder Lager geeignet waren.
Gundkopf  •
Gund steht im Allgäu für Kessel, Wanne oder Mulde. Südöstlich des Gundkopfs gibt es einen gewaltigen Kessel, den so genannten Großen Gund.
Halserspitz  •
An der Südseite des Halserspitzes stand früher die Halsalm (Halsalpe), die zur Sindelsdorfer Alm gehörte. Die Bezeichnung der Alm mag auf die halsähnliche Form der Almfläche zurückgehen.
Heimgarten  •
Der Name Heimgarten nimmt Bezug auf die abendliche Zusammenkunft und Plauderstunde, bei der teilweise auch musiziert wurde. Dabei trafen sich die Menschen der umliegenden Almen und wer sonst noch am Berg oben arbeitete, wie etwa Holzknechte oder Köhler.
Heißenplatte  •
Ein Heiß oder Heißerl ist ein Fohlen. Im Tal bei Geitau gibt es einen Heißenbauer. Von dort zieht sich der Name über den Heißenberg, den Heißengraben und die Heißlattenalm den Berg hinauf.
Herzogstand  •
Umbenannt zu Ehren des bayerischen Herzogs Wilhelm IV., der hier gerne auf die Jagd ging. Der ursprüngliche Name Farchenberg blieb noch beim Fahrenbergkopf erhalten. Farche bedeutet Föhre bzw. Kiefer. Diese Baumart dominiert den Wald auf der Südseite.
Hochfelln  •
In den Bayerischen Landtafeln ist der Hochfelln als Veltalbm (Feldalm) eingetragen. Mit Feld ist einfach eine unbewaldete Almweide gemeint. Aus VELT wurde im Lauf der Jahrhunderte FELLN.
Hochkalter  •
Ein Kalter ist ein Behältnis, in dem etwas gehalten wird. Namensgebend im Falle des Hochkalters ist der von Felswänden umschlossene Kessel mit dem Blaueisgletscher.
Hochschrutte  •
Der ältere Name ist Blatt- bzw. Plattberg und bezeichnet die plattigen Felsen im Süden. Das Wort Schrutte stammt von der Geröllreise an der Nordseite. Es könnte sich von Schrot ableiten mit der Bedeutung Felsabsturz oder von schroten für zerkleinern.
Hochstaufen  •
Seine kegelförmige Gestalt gab dem Staufen den Namen. Das Wort leitet sich von mhd. STAUF oder STOUF für Becher ab. Insbesondere ist damit ein Becher ohne Fuß gemeint, der nur umgestülpt aufbewahrt werden kann. Staufen ist auch mit STAUPA verwandt, was so viel wie steil bedeutet. Im Englischen noch als STEEP gebräuchlich.
Hohe Bleick  •
Der Name Bleick leitet sich von dem Verb blecken ab, was entblößen bedeutet. Bereits bei Apian ist der Berg als Plaickn eingezeichnet. Gemeint ist wohl der kahle, baumlose Gipfelbereich. Als Blaiken werden außerdem Erosions­stellen auf den Almweiden bezeichnet, an denen durch Abrutschen der Grasfläche der nackte Boden zu Tage tritt.
Höll / Hölle  •
Verborgene, düstere Bereiche im Gebirge werden gerne als Hölle bezeichnet. Insbesondere trifft das auf Schluchten und auf schwer zugängliche Kessel oder Täler zu. Das Wort muss dabei von seiner ursprünglichen Bedeutung her, dem mhd. HELLE für einen tiefen Geländeeinschnitt bzw. einen schaurigen Ort, verstanden werden. Eine Hölle im religiösen Sinne ist nicht gemeint.
Igelskopf  •
Die ursprüngliche Schreibweise des Igelsees unter dem Igelskopf war Siglsee – später Negelsee oder Egelsee. Sigl könnte als Hof- bzw. Familienname interpretiert werden, der durch Besitz- oder Nutzungsrechte auf die Flur übertragen wurde. Die von Norden igelähnliche Form des Bergs mag den heutigen Namen mit beeinflusst haben.
Jochberg  •
Die Jocher sind in Altjoch am Südufer des Kochelsees zu verorten. Sie besaßen Almweiderechte am Jochberg und errichteten dort die Jocheralm. Auch eine festgelegte Anzahl von Bäumen durften sie am Jochberg schlagen.
Kamp  •
Kamp ist das mhd. Wort für Kamm und ein gängiges Appellativ für einen Berg, der aus einer Reihe von Felszacken besteht.
Kofel  •
Kofel ist ein besonders in Kärnten und Südtirol heimisches Bergappellativ für eine felsige Bergspitze. Dahinter steckt das rom. Wort CUBULUM, das eine geschützte Lagerstätte unter einer Felswand bezeichnet.
Kogel  •
Das Bergappellativ Kogel hat nichts mit dem ähnlich klingenden Kofel zu tun. Als Kogel werden eher rundliche Bergkuppen bezeichnet. Vermutlich ist Kogel von CUCULLUS, dem lat. Wort für Kapuze abzuleiten.
Kramerspitz  •
Eine Herkunft von lat. GRAMEN für Gras und Kraut scheint plausibel, wenn man bedenkt, dass der Kramer an einer ehemaligen Römerstraße liegt. Für diese Deutung spricht auch, dass der südöstliche Ausläufer Grasberg genannt wird.
Kranzberg  •
Die Wacholderbeere wurde im bayerischen Dialekt früher Kranber, der Wacholderstrauch Kranzn genannt. Heute lebt das Wort nur noch in Flurnamen fort. Vermutlich stammt der Name des Kranzbergs ursprünglich vom Unterlauf des Kranzbachs und wanderte erst später nach oben.
Krottenkopf  •
Nach Schmeller charakterisiert das Adjektiv KRUTTIG bzw. GRUTTIG ein steiniges, gerölliges Feld. Das Wort ist im Sprachgebrauch wohl schon vor langer Zeit in Vergessenheit geraten. Eine Verbindung zum ital. GROTTA wäre möglich.
Lahne  •
Eine Lawine heißt im bayerischen Sprachraum Lahne im alemannischen Lähne. Beide Varianten sind in alpinen Flurnamen reich vertreten. Sie dokumentieren Bereiche, in denen es häufig zu Lawinen- bzw. Murenabgängen kommt.
Laine  •
Gebirgsbäche werden häufig Laine genannt. Das Wort ist aber nicht einfach ein Synonym für Bach. Vielmehr könnte es mit Lahne, dem Mundartwort für Lawine, verwandt sein. Gemeint wären somit Bachläufe, die Schlamm- und Gerölllawinen zu Tal befördern. Andere Deutungen führen Laine auf das mhd. LIUNEN für auftauen zurück. Eine Laine wäre dann ein Schmelzwasserbach.
Leiten  •
Leiten oder manchmal auch Leite war früher eine übliche Bezeichnung für einen Berghang bzw. Abhang und ist dementsprechend zahlreich in Flurnamen vertreten.
Miesing  •
Mies bedeutet Moos. Ausgangspunkt des Flurnamens ist die ehemals vermooste Fläche bei Mieseben am Fuße des Steilenbergs. Von dort verbreitete sich der Name über die umliegenden Berge. In der bayerischen Sprache bezeichnet Moos übrigens nicht nur die Pflanze, sondern auch den Ort, wo diese wächst, also das Moor.
Mittag  •
Berge und Gipfel mit Mittag im Namen halfen bei der Bestimmung der Mittagszeit. Die Benennung ging dabei immer von einem direkt im Norden gelegenen Ort aus.
Ofen  •
Im Felsgelände ist normalerweise davon auszugehen, dass Ofen im übertragenen Sinne eine überhängende Wand, eine Nische, einen großen Höhleneingang und dergleichen bezeichnet. Gerade in der Nähe von Siedlungen ist aber immer zu überprüfen, ob Ofen nicht vielleicht auf einen tatsächlichen Kalk- oder Schmelzofen zurückgeht.
Ölrain  •
Im Südosten des Örains liegt der Ölgraben. Dessen Name könnte ein Hinweis auf die in der Gegend vereinzelt auftretenden Ölschiefer­vorkommen sein. Aus Ölschiefer wurde Steinöl gewonnen, welches unter anderem in der Volksmedizin Verwendung fand und auch heute noch in der Kosmetik eingesetzt wird.
Palfen  •
Das wohl mit rom. BALM verwandte Wort Palfen bzw. Balfen meint eine überhängende, hervorspringende Felswand oder eine Felshöhle. Palfen wird in Bergnamen zum Teil als Bestimmungswort verwendet. Meistens dient es aber im übertragenen Sinne als Grundwort für einen felsigen Berg.
Pflasterbachhörndl  •
Bei Apian findet sich der Name Kuglberg. Aus dem Kugelbach und dem Pflasterbach bei Schneizlreuth wurden vermutlich abgerundete Steine geholt, die zum Pflastern oder für die Wegebefestigung geeignet waren.
Pitzenegg  •
Pitze ist ein Gewässername und lässt sich wohl auf lat. PUTEUS für Grube, Brunnen zurückführen. Der namensgebende Pitzenbach fließt durchs Pitzental zum Heiterwanger See. Egg ist gleichbedeutend mit einer grasbewachsenen Schneide.
Platte  •
Im Gegensatz zum Boden, der einen ebenen Bereich meint, wird Platte für mäßig steile Abhänge verwendet, die weder stark zerfurcht noch gebogen oder gestuft sind, also an eine schräg gestellte Platte erinnern.
Reut / Reit  •
Reuten ist die gründlichste Art der Rodung, bei der auch das Wurzelwerk ausgegraben wird. Die Urbarmachung von Land schlug sich in vielen Ortsnamen nieder.
Riedel  •
Als Riedel kann ein langgestreckter Geländerücken zwischen zwei Tälern bezeichnet werden. Die Abgrenzung zur Schneid ist unscharf. Im Prinzip handelt es sich bei den beiden um Synonyme. In der Geologie wird Riedel außerdem für die trennende Wand zwischen zwei Dolinen verwendet.
Rone / Rohne  •
Ein umgestürzter Baumstamm, der liegen bleibt und vermodert, ist eine Rohne. Für die Almwirtschaft konnte die natürliche Freifläche eines Windwurfs ein geeigneter Anfangspunkt sein. Immerhin war das Wurzelwerk zum Teil bereits aus dem Boden geholt.
Ruchenköpfe  •
Das mhd. Wort RŪCH kann mit rau, struppig und wild übersetzt werden. Früher wurden die Ruchenköpfe auch Recherstein oder Rauhe Köpfe genannt.
Schachen  •
Als Schachen wird ein einzeln stehendes Gehölz, ein Waldrest oder der Vorsaum eines Waldes bezeichnet. Das Wort ist nur noch in der Forstsprache gebräuchlich.
Schärtenspitze  •
Die Schärtenalm, welche der Schärtenspitze den Namen gab, wurde bis ins 18. Jahrhundert Scherschen geschrieben. Eine gewagte Herleitung vermutet dahinter das lat. Wort CIRCINUS für Kreis. Andere Deutungen verweisen dagegen auf den Namen Schorsch (Georg).
Scheffauer  •
Der Name stammt von der Gemeinde Scheffau im Süden. Scheffau bedeutet schiefe Au, also feuchtes Grünland am Hang.
Schellschlicht  •
Das Bestimmungs­wort Schell ist relativ häufig und wird üblicherweise auf Schellhengst zurückgeführt, was Zuchthengst bedeutet. Aber es könnte auch eine Glocke gemeint sein. Die Schlicht ist weniger verbreitet und meint eine unbewaldete, grasbewachsene, nicht zu steile Stelle. Eine Flur südwestlich des Brandjochs hieß früher so. Von dort wanderte der Name zum Gipfel hinauf.
Schildenstein  •
Apian kennt bei Kreuth den Berg Sulphurstain. Der akademische Name weist auf die dortigen Schwefelquellen hin. Ansonsten ist in alten Karten vom Schiltenstain die Rede. Eine mögliche Deutung basiert auf der schildförmigen Fläche der aufgelassenen Schildensteinalm an der Südseite. Denkbar wäre auch eine Grenzmarkierung an diesem Übergang zwischen Bayern und Tirol.
Schneid  •
Mit einer Schneid assoziiert man eigentlich einen scharfen Grat. Doch oft wird damit auch ein langgezogener Rücken ohne ausgeprägte Steilflanken bezeichnet.
Schöttelkarspitze  •
Die namensgebende Schöttelalm liegt an der Nordwestseite. Über das Schöttelkar wanderte der Name hinauf zum Gipfel. Wahrscheinlich gibt es einen Bezug zu der im Isartal heimischen Familie Schöttl. Bekannt ist vor allem der Jäger Adam Schöttl aus Fall, der beim Aufstand von 1705 einen Teil der Gebirgsschützen anführte.
Schwarzenberg  •
Reine Nadelwälder aus Tanne und Fichte wirken im Vergleich zu Misch- oder Laubwäldern sehr dunkel. Früher wurden sie deswegen auch als Schwarzwälder bezeichnet. Auf Grund der starken Verbreitung von Fichtenwäldern gibt es auch viele Bergenamen mit dem Bestimmungswort schwarz.
Schwende  •
Schwenden ist ein unvollständiges Roden, bei dem das Wurzelwerk im Boden verbleibt. Weideflächen werden bei Bedarf auch nach der initialen Rodung geschwendet, damit sie nicht verbuschen. Die große Bandbreite von Orts- und Flurnamen mit Schwand, Gschwandt oder Gschwend verdeutlicht die Bedeutung dieser Art zu roden.
Seekarkreuz  •
In der kesselförmigen Karmulde der Seekaralm lag früher ein See, der auch in alten Karten verzeichnet ist. Obwohl er inzwischen verlandet ist, sind seine Umrisse auf Satellitenfotos noch gut zu erkennen, weil das Gras im sumpfigen Boden eine andere Färbung aufweist.
Simetsberg  •
Das heidnische Sonnwendfeuer wurde mundartlich auch Simmetsfeuer genannt. Mit der christlichen Umdeutung als Johannisfeuer geriet das Wort in Vergessenheit. Berge sind ein symbolträchtiger Ort für ein Sonnwendfeuer. Neben dem Simetsberg im Estergebirge gibt es noch einen weiteren im Steinernen Meer.
Soin / Soila / Soier  •
Das ahd. Wort SĒO für See zeigt bei Orts- und Flurnamen einen großen Variantenreichtum. Da die Form schon lange nicht mehr geläufig ist, bildeten sich zum Teil Tautologien wie Soinsee oder Soilasee heraus.
Spitzingsee  •
Die Freisinger Handschriften erwähnten bereits im 11. Jahrhundert den Berg Spizzinch. Gemeint war wohl das Almgebiet um den Spitzingsattel samt der spitzen Berge zu beiden Seiten. Der See selbst hieß damals noch Stumpfsee. Sein ursprünglicher Name blieb bis heute beim Stümpfling erhalten.
stuiben  •
Stuiben ist eine Mundartform von stieben. Das Wort bezieht sich bei Flurnamen häufig auf den Wasserstaub eines Wasserfalls oder eine Stelle, wo der Wind viel Schnee aufwirbelt.
Sulten  •
Namensgebend für den Sulten war wohl die sumpfige Wasserstelle am Sultensattel. Darauf deutet auch die alternative Schreibweise Sutten hin, womit im Mhd. ein kleines, stehendes Gewässer gemeint ist.
Tajakopf  •
Taja bedeutet Almhütte. Es existieren im Alpenraum verschiedenen Varianten wie Tegia oder Teja. Man vermutet einen vorrömischen Ursprung.
Wallberg  •
Apian kennt den Wallberg als Walwer. Dahinter darf die Mundartform WALBER für die Heidelbeere vermutet werden. Andere Herleitungen sind weniger wahrscheinlich. Karl Puchner schlägt wegen der Gipfelform ein Walmdach vor. Michael Heim sieht den Wallberg als Ort für Hexentänze und leitet ihn von Walpurgis ab.
Wank / Wang  •
Die Wörter Wank und Wang sind verwandt. Beide bezeichnen einen Weidegrund, der zumindest in seinem Ursprung auf eine natürliche Freifläche zurückgeht und nicht primär durch Rodung entstand. Wang findet sich vor allem bei Siedlungen im Tal, Wank ist mehr auf den Bergen vertreten.
Waxenstein  •
Gleich mehrere Gipfel und Felsen tragen diesen Namen. Die bekanntesten stehen im Wetterstein. Das Adjektiv WAX ist ein uraltes, inzwischen fast vergessenes bayerisches Wort mit der Bedeutung spitz und scharfkantig.
Wendelstein  •
Sein Name ist mindestens 500 Jahre alt, wie wir von Apian wissen. Der Bezug zum Viehpatron Wendelin dürfte erst später hergestellt worden sein. Am vernünftigsten erscheint die Erklärung, dass der markante Berg bei der Bestimmung der Sonnenwende half.
Wildalpjoch  •
Bereits Apian kennt den Berg als wild albm. Das teilweise steile, mit Felsstufen durchsetzte und von Blockschutt bedeckt Gebiet der Wildalm ist für das Weidevieh in der Tat unwirtlich. Der Heimatforscher Gerhard Oelkers berichtet, dass an den Hängen des Wildalpjochs Lahnergras gemäht wurde, um so genanntes Wildheu zu gewinnen.
Wildbarren  •
Die ältere Schreibweise Wildbarn bzw. Wildbarm deutet auf Barn für Futtertrog hin und schließt die manchmal versuchte Herleitung von Bär aus. Das Bergappellativ Barn könnte auch mit Palfen verwandt sein und auf rom. BALM für Höhle zurückgehen.
Zellerhorn  •
Am Hammerbach in Weidachwies stand früher die Zeller Mühle. Deren Name wiederum geht auf eine frühmittelalterliche Klosterzelle zurück. Das Bergappellativ Horn wird recht inflationär verwendet, passt in diesem Fall aber tatsächlich.
Zenokopf  •
Gleich zwei Berge im Raum Inzell sind nach dem Kloster St. Zeno in Bad Reichenhall benannt. Der eine liegt in der Staufengruppe, der andere am Rauschberg. Die Bergnamen deuten auf ehemalige klösterliche Besitzungen hin.
Zettenkaiser  •
Das mhd. Verb ZETTEN bedeutet aus- oder verstreuen. Als Substantiv wird das Wort für Gestrüpp und Zwergsträucher gebraucht, im Unterinntal speziell für Latschen bzw. Legföhren. Im übrigen Nordtirol werden Latschen auch Zuntern genannt.
Zwiesel  •
Das Wort Zwiesel bezeichnet Gabelungen. In der Forst­wirt­schaft werden Bäume, die sich im Stamm teilen, so genannt. Bei Fließgewässern ist der Name relativ häufig und auch einige Berge mit doppeltem Gipfel heißen Zwiesel.
Zwölfer  •
Im Süden gelegene Bergspitzen wurden früher gerne zur Bestimmung der Uhrzeit genutzt. Neben dem Zwölfer kommen auch Elfer und Einser vor. Trotz ihrer regional sehr eng begrenzten Bedeutung setzten sich einige Uhrzeitnamen als offizielle topografische Bezeichnungen durch.