Neu im Bergwissen

Bunte Jurakalke
Marmorartiges Sedimentgestein
GeologieGesteine

Im kleinräumig strukturierten Jurameer wechselten sich flache Bereiche mit tiefen Becken ab. Auf den flachen Schwellen bildete sich der Schwellenkalk, welcher durch eingeschwemmten Schlamm vom Festland oft eine rote Farbe besitzt. Es gibt aber auch grünliche und gelbliche Jurakalke. Unruhige Ablagerungs­bedingungen mit Umlagerungen und im Schlamm wühlenden Lebewesen führten zu einem teils marmor­ähnlichen Aussehen. Als so genannter Mittenwalder, Tegernseer oder Ruhpoldinger Marmor fanden die dekorativen Natursteine in vielen Schlössern und Sakralbauten Verwendung.
Kuhflucht
Zufluchtsort der Kühe bei Hochwasser
Alpine FlurnamenAlmwirtschaft

Als Flucht werden im Gebirge Orte bezeichnet, an denen das Vieh bei Gefahr Zuflucht findet, so etwa die Schneeflucht bei plötzlichem Schneefall. Den Berghang der Kuhflucht suchte das Vieh wohl bei Unwetter oder Hochwasser auf, wenn die Weiden an der Loisach überschwemmt wurden. Die akademische Herleitung vom lateinischen CONFLUCTUM für Zusammenfluss ist phonetisch nicht plausibel und widerspricht den historischen Karten.
Sölde
Bäuerliches Kleinstanwesen
GeschichteHandwerk

Eine Sölde war ein bäuerliches Kleinst­anwesen mit wenig Grundbesitz. Während zu einem ganzen Hof etwa 100 Tagwerk gehörten, umfasste eine Sölde nur 1/8 bis 1/16 davon. Der landwirt­schaftliche Ertrag dieser kleinen Hofstellen reichte für den Lebens­unterhalt nicht aus. Söldner betrieben die Land­wirtschaft nur im Nebenerwerb und arbeiteten hauptsächlich als Handwerker, Knappen, Holzknechte oder Tagelöhner.
Arnoweg
Weitwanderweg im Salzburger Land
Weitwanderwege

Weitwanderweg mit mehreren Varianten quer durch das Salzburger Land auf den Spuren des Salzburger Erzbischofs Arno. Neben der Kirchengeschichte und wertvollen Kulturdenkmälern steht vor allem die landschaftliche Schönheit der Gebirgswelt im Vordergrund.
Findling
Mitbringsel der Gletscher
Geologie

Ein Findling ist ein vom Gletscher verfrachteter Felsblock. Die wissen­schaftliche Bezeichnung lautet erratischer Block von lateinisch ERRARE für umherirren. Findlinge können bis zu mehrere Tausend Tonnen wiegen und sind dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Gestein bestehen, das vor Ort nicht vorkommt. Je nachdem, ob das Eis sie umschloss oder sie auf der Gletscher­oberfläche der Erosion ausgesetzt waren, sind sie eher kantig oder rundlich.
Eiskeller
Karsterscheinung im Laubensteingebiet bei Aschau
Geologie

Der durch Verkarstung entstandene längliche Grubalmkessel im Laubensteingebiet wird gemeinhin als Eiskeller bezeichnet. An seiner schattigen Südostseite unter dem Abereck hält sich der Schnee lange und im Sommer strömt kalte Luft aus einigen Wetterlöchern. Dadurch wächst dort eine für diese Höhe ungewöhnliche alpine Flora. Das Wasser läuft aus dem Kessel unterirdisch über einen Ponor ab und kommt mehrere Hundert Meter tiefer bei der Hammerbachquelle wieder zum Vorschein.